Zweites Kapitel. Gemmen und Verwandtes.
§. 1. Diamant.
Er ist der härteste Stein, hat das meiste Feuer (den höchsten Glanz), kommt aus Indien und Brasilien, dient vorzugsweise zum Schmuck, zu Schleifpulver, zum Schneiden des Glases u.s.w. Um das Feuer zu erhöhen, schleift man ihn gewöhnlich, und unterscheidet nach Art des Schnittes (der Form, die aus dem Schleifen hervorgegangen ist): Brillanten (wo viele Reihen regelmässiger Facetten so liegen, dass sich das Farbenspiel des Glanzes am schönsten darstellt), Rosetten, Tafelsteine u.s.w. Die Diamanten sind meist wasserhell oder grau, doch giebt es auch gefärbte, die aber der Juwelier meist mit andern Namen belegt. Man hat a) wasserhelle oder graue Diamanten, b) grüne, welche von den Juwelieren meist orientalische Smaragde genannt werden, c) rothe, d) gelbe, e) blaue, f) schwarze.
In den Edelstein-Wäschereien kommt häufig Magneteisenstein vor, der mit dem Diamanten gleiche Grösse und Kristallform hat, den schwarzen Diamanten oft sehr ähnlich ist, daher mag es kommen, dass in vielen, besonders orientalischen Sprachen (auch im Lateinischen) Diamant und Magneteisenstein mit gleichen oder ähnlichen Namen belegt werden.
kin-kang-chy, auch pa-tche-lo im Chinesischen;—
wadjira im Mongolischen;—wadjra, rdo-rye-pha-lama, auch rdo-rye-badsa (was auch Scepter, Donnerkeil, Edelstein heisst) im Tibetanischen;—intam, itam im Malaiischen;—itam im Malagarischen.
elmas, mas im Türkischen, kybrys elmasi ist der gelbe Diamant;—almas im Kurdischen;—almas, mas, elmas, hegerüs sejatjum im Arabischen; Taifaschi bemerkt in seiner Mineralogie: dass der almas stets in gleichwinkligen Gestalten vorkomme und seine Bruchstücke steis dreyeckig seyen; Arten führt er nicht an, aber bey dem smaragd-ähnlichen Steinen, erwähnt er den elmazet (was der Pluralis von elmas seyn wird) als von der Härte und Schwere des Diamanten.—ihn admas im Aethiopischen;—odomos im Syrischen, adamusojo ist diamantartig;—sabholon, sampirinon, samprin im Chaldäischen.
adamand im Armenischen, auch agn d.i. Edelstein; andamnant ist Magneteisenstein;—giement, gyemant, dijemanth im Magyarischen.
hira im Sanscrit, auch hiraka, wadjra, wadshra; ferner açira (d.i. unzerstörbar), abhedja (unspaltbar), wararaka (vorzüglicher Krystall), lohadshit (Metallbesieger), sutshimukha (Nadelmund), eine schlechte Art heisst radschapatta, radschapartta;—hira, hiraka in Bengalen;—iraa, iri, itas im Hindu; ira bey den indischen Diamantgräbern. In den Diamantgruben Indiens, besonders in Sumbhulpuru, wo ziemlich die meisten Diamanten gewonnen werden, theilt man sie ihrer Qualität nach in 4 Classen, welche mit den Hindu-Kasten gleiche Namen führen, in a) bramin, brahma, den wasserhellen, b) tschetter, chetra, den gelben, c) wassier, vysca, den nicht hellen, d) tschadrie oder sudra, den grauen; in manchen Gegenden unterscheidet man: a) montichul den ganz reinen, b) mank, den grünlichen, c) patanna, den röthlichen, d) bunsput, den dunkelgefärbten.—Der grösste Diamant ist der kohi-nur, das ist Lichtberg, im Besitze des Ranjet Singh in Lahore; er hat die Grosse und Form eines Hühnereies, ist rein, weiss und von ausserordentlichem Feuer.
mas, almas im Persischen; man unterscheidet: a) den wasserhellen, b) den pharaonischen, c) den olivenfarbigen, d) den schwarzen, e) den feuerfarbigen, f) den rothen, g) den grünen.