1891

Die Menschenverachtung ist für den nachdenkenden Geist nur die erste Stufe zur Menschenliebe.

1892

Was uns allen zumeist fehlt, ist das tiefe, dauernde Bewußtsein des wirklichen Elends auf Erden, sonst würden wir über den Gefühlen einerseits des Mitleids, andrerseits des Dankes ganz der kleinlichen Misere des eigenen Lebens vergessen.

1896

Es ist etwas Fürchterliches um einen Menschen, der leidet, ohne Tragik empfinden zu lassen.


Es gibt stillschweigende Voraussetzungen unter Menschen von Geist: die soll man nicht aussprechen. ‚Oberflächlich sein‘ (oder scheinen wollen) ‚aus Tiefe‘, das gehört hierher. Eine schwere Forderung an den Radikalismus der Jugend.


Und immer wieder komme ich darauf zurück, daß die Bewertung der geschlechtlichen Liebe unter uns Heutigen eine krankhafte Höhe erreicht hat, von der wir durchaus wieder heruntersteigen müssen.