145Man soll über einen wahrhaft großen Menschen nicht reden. Denn worüber man bei ihm reden kann, darauf kommt es nicht an. Es kommt allein darauf an, wie er dir innerhalb und in deinen tiefsten Stunden erscheint. Von diesen unionibus mysticis aber kann man nur — schweigen oder doch nur in Momenten großer innerer Kraft zeugen.
Glaube mir, es gibt nichts Großes ohne Einfalt. Der Mensch, das Individuum ist Gottes Einfalt, ist einfältig gewordene Gottheit. In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister.
Lieber einem zu viel als zu wenig Ehre geben. Ehre sage ich, nicht ‚Lob‘. Tadeln, ja ganz ablehnen können und doch immer noch ehren, das heißt fühlen lassen: Mein Bruder, was ich auch sagen muß, so wenig ich eine Blume in ihren inneren Organen verletzen möchte, so wenig möchte ich Dich — verletzen! das ist es.
Man soll nie auf irgendwen hinabsehen, der auf irgendeinem Wege — und sei es zehnmal ein wider Sitte und Gesetz verstoßender — zur Freiheit strebt.
Wenn ich dies und das nicht tue, so tut es ein anderer — welch grober Gedankengang! Als ob —