‚Totentanz‘ ist gar kein Thema. Man sollte zeichnen und malen, wie das Weib den Mann in den 187großen Mischmasch hineinzieht. Unten sollte man die breite Bettelsuppe des heutigen Lebens hinmalen, und in diese Suppe hineinführend eine unabsehbare Kette von Weib und Mann, immer das Weib voraus, mit tausend Gebärden, von der unschuldigsten bis zur lasterhaftesten. Die Männer, auf die es ankommt, wollen schaffen, sie wollen die Welt vorwärtsbewegen; das Weib aber will vor allem wohnen. Ihm genügt das Gegenwärtige vollkommen, und es glaubt sich völlig gerechtfertigt, wenn es der Zukunft in Form von Kindern dient. Es ist die, trotz der bekannten Unbilden bequemste Art, den Fortschritt der Menschheit zu fördern: man stellt ein Kind, das heißt man beschränkt sich darauf, die Aufgabe weiterzugeben, einen Dritten vorzuschieben. Solange die Frauen das nicht begriffen haben, nämlich, daß es neben ihrem üblichen häuslichen Ideal auch noch andere größere Kulturideale geben könnte, wird die Menschheit nicht entscheidend vorwärts rücken. Und deshalb liebe ich die Russen und Skandinavier so sehr, denn dort findet man heute noch am ersten Frauen, die nicht nur Sinn für sich, sondern auch Sinn für den Mann haben, die ihn wirklich wie Kameraden unterstützen, und nicht nur als gesetzliche Konkubinen zum obersten Haussklaven machen wollen.


Den seelischen Wert einer Frau erkennst du daran, wie sie zu altern versteht und wie sie sich im Alter darstellt.


Wie macht das Gefühl bloßen Sichnaheseins Liebende schon glücklich.


188In der Bewunderung manch eines Menschen liegt etwas Schamloses. Sein ‚Wie schön ist das! Wie schön ist das‘ ist nichts andres als ein ‚Wie wohl fühle ich mich, wie wohl fühle ich mich!‘ Das aber brauchte er nicht fortwährend in die Welt hinauszuempfindeln. (Im ‚nil admirari‘ liegt doch immerhin ein ganzes Teil Selbstzucht und Takt.)


Dunkelblau gekleidete kleine Mädchen auf grünen Matten — eine beinahe tragische Wirkung.