Der Mensch, der ganz erkannt haben würde, wäre der wieder geschlossene Ring Gottes.
Der Mensch ist ein an einer Stelle geöffneter Ring. Gott ist der Ring als Eines, Ununterbrochenes. Der Mensch stellt sich dar als dieser Ring, unterbrochen, mit seinen zwei Enden sich wieder zu vereinigen, zu schließen strebend. Der Mensch ist aus sich auslaufender und in sich zurücklaufender — aber noch nicht zurückgelaufener — Gott. Der Mensch ist die Offenheit des Rings, der noch nicht wieder zusammengeschmolzene Hingott und Widergott.
Gedanken vor Kierkegaard, Buch des Richters.
‚So wird sie mich in der Ewigkeit verstehen.‘ — Wäre es nicht furchtbar, wenn der Mensch nur Entwurf Gottes bliebe? Wenn jeder dieser Entwürfe als Entwurf endigen müßte, statt weiter und weiter durch alle Ewigkeit ausgeführt, weiter gebildet zu werden? Gewiß, der gegenwärtige Weltdurchschnitt wird immer Fragmentmosaik sein — aber es fragt sich, ob einmaliges Fragmentmosaik oder Fragmentmosaik als Fortsetzung und zwar nicht bloß im Ganzen, sondern auch im Einzelnen, Einzelnsten: ob ich also nicht nur Fragment Gottes im Ganzen, sondern auch Entwickelungsfragment meiner Person, als einer gottwerdenden 247Person, als Gottes im Einzelnen, bin. So vielleicht: Kann Gott als Menschenperson verloren gehen, ist Person nur eine Maske Gottes (oder besser ein Leib Gottes) — oder ist Gott, einmal Person geworden, als solche ebenfalls unsterblich, sodaß seine Entwickelung nicht nur eine Entwickelung zur Selbstahnung seiner Selbst als Welt, sondern auch eine Entwickelung in jedem Einzelnen zur immer wieder sterblichen Person auf immer wieder höherer Stufe wäre?
Vor einem Sterbelager.
Vielleicht trifft man sich einmal unter freundlicheren Verhältnissen wieder. Ja, vielleicht haben wir uns auch diesmal schon wiedergetroffen, von früher her, nur, daß wir es nie wissen, daß wir heimliche Zusammenwanderer sind.