Aus seinen Büchern findet man schwer wieder nach Westeuropa zurück.
Wenn ich Dostojewski lese, so ist es mir, als sähe ich einem Feuer zu — einem Steppenbrand —, das über die Ebene wandert. Und jetzt frißt und wühlt es sich schleichend durchs knisternde Gras — und jetzt fährt ein Sturmwind daher und erhebt es bis zu den Wolken, und jetzt kriecht und glimmt es wieder dahin und nur dicke Rauchmassen bezeichnen seinen Weg — und jetzt steigt es bei einem neuen plötzlichen Stoß gleich einer Säule zum Himmel und übergießt Himmel und Erde mit übergewaltigem, erschütterndem Glanz.
Mauthner tut Nietzsche Unrecht, auch da, wo er gegen ihn Recht hat. Ein Menschenleben gräbt sich sein Strombett und damit muß man zufrieden sein. Nietzsche ist gewiß nicht aus Eitelkeit den Weg zur Sprachkritik nicht weiter gegangen. Mauthner unterschätzt das Dynamische im Genie.
77Es ist das Interessante an Büchern, über denen man eigentlich den Verstand verlieren müßte, daß man durch sie vielmehr an Verstand gewinnt. Freilich ist das nur ein neues Kompromiß — denn anständigerweise müßte man allerdings nach ihrer Lektüre abdanken. Aber das Leben ist nicht das, was wir anständig zu nennen lieben. Allein schon der Umstand, daß der Autor seinen Verstand behalten hat, wird genügen, den Leser zum gleichen zu veranlassen; es sei denn — daß er nur so beweisen zu können meinte, daß er noch tiefer als jene sei, daß er sozusagen aus Ehrgeiz, aus ‚Willen zur Macht‘ wahnsinnig zu werden geradezu — wünschte.
Ich habe nie einsehen mögen, warum mittelmäßige Menschen deshalb aufhören sollten, mittelmäßig zu sein, weil sie schreiben können.