Von
den Ungelegenheiten,
welche
von dem Haarputze
herkommen.
Das erste Kapitel.
Von den Verdrießlichkeiten, welche
von den Pudelköpfen zu entstehen
gewohnt sind.
§. 1.
Um meinem einmal in der Abhandlung, daß die meisten Krankheiten der Frauenzimmer ihren Grund in dem Körperbau dieses Geschlechts habe, gethanen Versprechen nicht zuwider zu handeln, will ich unverändert bey meinem gefaßten Vorsatze bleiben, und den Anfang von den Haaren machen. Es mag meine erste Beschäftigung also der sogenannte Pudelkopf seyn.
§. 2. Habe ich nicht wieder Recht, wenn ich sage, daß das schöne Geschlecht in seiner Tracht über die maßen veränderlich, und auf der Welt niemals mit seines Körpers Zustande vergnügt sey? Man wird mir wider meinen Satz keine Einwendung machen können, wenn ich meinen Lesern die Pudelköpfe entgegensetzen werde. Ist es nicht eine unläugbare Wahrheit, daß sich die Frauenspersonen durch die Pudelköpfe den Männern ähnlich zu machen bestreben? Und sieht eine Frauensperson in Betrachtung des Haupts in ihrem Pudelkopfe einem Manne nicht wie des Phädrus Larve einem Menschengesichte vollkommen gleich? Nur Schade, daß die Schönen nicht auch alle männlichen Verstand unter ihrem Pudelkopfe tragen. Es ist nun einmal schon ein großer Fehler der Weiber, daß sie alle Männer werden wollen: Aber es ist auch ein weit größeres Glück noch dabey, daß sie in Ansehung ihrer Pudelköpfe, zumal wenn sie kein Kopfzeug auf dem Haupte tragen, nur Männer zu seyn scheinen, in der That aber und in Ewigkeit nicht zu Mannsbildern werden können. Doch ich irre, die Schönen haben noch Hoffnung, in Mannspersonen verwandelt zu werden, aber erst vielleicht alsdenn, wenn die Schnecken Flügel bekommen werden. Doch wenn diese Veränderung mit den Weibsbildern vor sich gehen wird, das werden die Kalendermacher am besten zu bestimmen wissen.