Nichts liegt wohl den Frauenzimmern mehr am Herzen, als die Sorge, ihrem Angesichte eine reizende Schönheit zu verschaffen. Sie haben unzählige Mittel, deren sie sich zu bedienen pflegen, um ihren Zweck glücklich erreichen zu mögen. Doch ihre Bemühung ist eben so tadelhaft nicht, als sie manchem wohl scheinet. Denn wenn man die Schönheit des Angesichts auf der rechten Seite betrachtet; so ist sie ein ordentliches Gewehr und Waffen, deren sich die Frauenspersonen mit einer ganz ausnehmenden und ihrem Geschlechte eigenen Klugheit gegen die Männer zu gebrauchen wissen, um über die Herzen derselben den Sieg zu erhalten, und sich die Mannsbilder ihnen dienstbar zu machen. Der weise Anakreon schreibt in seiner andern Ode, so wie ich es gerne höre. Ich werde die Ehre haben, ihnen die Nachahmung mitzutheilen, und hier ist sie:

Wie sorgt die gütige Natur

Für eine jede Kreatur!

Sie schenkt den Menschen und den Thieren

Ein ihrem Wesen dienlich Gut:

Dem Löwen gab sie Stärk und Muth

Und Hörner schenkte sie den Stieren.

Sie lehrt den Fisch im Wasser gehn,

Den Vogel sich zur Luft erhöhn: