Wenn mein Weib über Zahnschmerz schreyt,
So bin ich inniglich erfreut.
Nun denk ich wird sie nicht mehr beißen,
Nun glaub ich wird sie frömmer seyn;
Und mich ihr liebes Männchen heißen,
Doch weit gefehlt! es trifft nicht ein:
Denn nach dem Schmerze wird sie immer,
Von Zeit zu Zeit, und täglich schlimmer.
§. 80. Wenn nun aber die Zähne durch solche schädliche Zähnweißmachende Mittel verlohren gegangen sind, so werden die Speisen im Munde nicht gehörig zermalet werden können, sondern ganz in den Magen geschluckt werden müssen; folglich wird der Magen dadurch sehr geschwächt werden, und einen unvollkommenen und rohen Brey bereiten, woraus denn nothwendiger Weise ein schlechter Nahrungssaft entstehen muß, der ein böses Blut und üble Säfte macht, welche den festen Theilen des Körpers kein Gedeyen geben können. Die festen Theile des Körpers werden also in einen ungewöhnlichen und widernatürlichen Zustand gerathen, und lauter solche Krankheiten erzeugen, deren Grund man in verdorbenen Säften zu suchen hat. Ja es wird sich wohl gar eine allmählige Abzehrung darzu einfinden, und der Körper wird in Lebensgefahr gerathen. Es würde mir nicht schwer fallen, ein ganzes Register von solchen Krankheiten herzusetzen, welche allesamt aus dieser Quelle zu fließen pflegen, wenn es mir selbst sowohl, als andern nur nicht zum Ekel wäre. Sehen sie nicht, wie vielen Gefährlichkeiten man sich aussetzt, wenn man unrechte Mittel zu seiner Absicht erwählet, und sich damit selbst betrüget? O was für ein Laster ist doch der Selbstbetrug! So geht es, man straft sich zuweilen selbst mehr, als man von andern vielleicht niemals gestraft worden wäre. Doch der übergroßen und sich selbst eingebildeten Klugheit geschiehet das Recht. Ich bedaure die Schicksale der Schönen nicht, darein sie sich aus Unvernunft und Uebermuth gestürzet haben.