Das dritte Kapitel.

Von dem
Schaden, welcher sich äußert, wenn
die Sommersprossen und Leberflecke des Halses
mit äußerlichen und schädlichen Sachen
vertrieben werden.

§. 92.

Was ich von den Sommersprossen des Angesichts im [56], [57], [58] und [59sten] Absatze behauptet habe, das läßt sich auch auf die Sommersprossen, welche die Haut des Halses unscheinbar machen, anwenden. Ich habe im [60sten] und [61sten] Absatze eine vernünftige Heilungsart wider dieselbigen angeführt, und diese findet auch hier statt. Im Gegentheil aber habe ich auch im [62sten] Absatze ein abergläubiges Mittel, und im [46] und [54sten] Absatze noch andere schädliche Dinge verworfen, welche sonst die Frauenzimmer, sich die Sommersprossen damit zu vertreiben, in Gewohnheit haben. Und endlich habe ich mir Mühe gegeben, im [91], [88], [63], [55], [49], [48], [42], [38], [32], [28], [17], [12] und [5ten] Absatze diejenigen Krankheiten darzuthun, welche von dem unzeitigen Gebrauche schädlicher Mittel zu entspringen pflegen.

§. 93.

Leberflecke nennt man diejenigen gelben, braunen, oder schwarzbraunen Flecke der Haut, so zuweilen eines Handtellers groß, zuweilen aber auch kleiner sind. Sie haben gemeiniglich eine Rauigkeit der Haut bey sich, welche wie Kleyen oder Schuppen abzufallen pflegt, ordentlicher Weise aber haben diese Flecke ihren Sitz am Halse, auf der Brust, und an den Händen, ja auch wohl andern Theilen des Körpers; endlich verursachen sie auch ein beschwerliches Grimmen und Jucken. Diese Leberflecke nun haben ebenfalls, wie Sommersprossen, ein verderbtes Geblüte zum Grunde, welches seine Unreinigkeit unter der Haut abzusetzen, durch die Haut schimmern zu lassen, und solche Flecke sichtbar zu machen pflegt. Doch haben diese Flecke die Art an sich, daß sie zuweilen von selbst vergehen, aber auch wiederkommen. Man hat wahrgenommen, daß sie bey denen gemeiniglich zum Vorschein zu kommen geneigt sind, die, wenn sie ihren Körper erhitzt haben, entweder sehr kalt zu trinken, oder sich der kalten Luft, um sich abzukühlen, auszusetzen gewohnt sind.

§. 94.

Diejenigen Schönheiten, welche solche Leberflecke ohne Nachtheil ihrer schätzbaren Gesundheit loß zu werden Verlangen tragen, werden sich mit gutem Erfolge, der im [60] und [61sten] Absatze vorgeschlagenen Heilungsart bedienen können. Wenn sie aber lieber ihrem Eigensinne Folge leisten, und die im [46] und [54sten] Absatze getadelten Hülfsmittel brauchen wollen, die werden freylich zur Strafe ihres Eigensinnes sich alle diejenigen Krankheiten, als ein Joch über ihren schwachen Hals werfen, die ich im [92], [88], [63], [55], [49], [42], [38], [32], [28], [17], [12] und [5ten] Absatze angezogen habe.