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Nicht lange schaut er hin, vor Freude ganz betroffen,
So stellt sich ihm ein neues Schauspiel dar.
Ihm däucht, daß alles um die Burg in Aufruhr war.
Man hört Trommetenschall, und eine Ritterschaar
Trabt dem Turnierplatz zu, die Schranken stehen offen.
Mein Glück, ruft Hüon, läßt mein Hoffen
Stets hinter sich. Geh, Freund! wofern nicht alles mich
Betrügt, giebt's ein Turnier; geh, und erkund'ge dich.

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Der Alte geht. Inzwischen wird Amande
Von Fatmen angekleid't. Denn, was sie haben muß,
Sich, mit dem Glanz, der ihrem hohen Stande
Und ihrer Schönheit ziemt, in diesem fremden Lande
Zu zeigen, fanden sie im reichsten Überfluß
Gehäuft zu ihren Füßen liegen.
Herr Hüon läßt indeß, mit manchem Vaterkuß,
Den kleinen Hüonnet auf seinem Knie sich wiegen,

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Und sieht, mit inniglicher Lust,
Das schöne Weib, durch alles fremde Zieren
Und Schimmern nichts gewinnen noch verlieren.
Ob eine Rose ihre Brust
Umschattet, ob ein Strauß von blitzenden Juwelen
In Glanz sie hüllt—stets durch sich selber schön
Und liebeathmend, scheint durch Den
Ihr nichts geliehn, bey Jener nichts zu fehlen.

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Der Alte kommt itzt mit der Nachricht an,
Drey Tage sey bereits der Schranken aufgethan.
Karl, (spricht er) immer noch durch seinen Groll getrieben,
Hat ein Turnier im Reiche ausgeschrieben:
Und rathet, welchen Dank der Sieger heut erhält!
Nichts kleiners, Herr, als—Hüons Land und Lehen!
Denn, euch aus Babylon mit Ruhm gekrönt zu sehen,
Ist was dem Kaiser nicht im Schlaf zu Sinne fällt.

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Auf, waffne mich, ruft Hüon voller Freuden;
Willkommner konnte mir kein' andre Botschaft seyn.
Was die Geburt mir gab, sey nun durch Tugend mein!
Verdien' ich's nicht, so mag's der Kaiser dem bescheiden
Der's würdig ist!—Er sagt's, und siehet Rezia
Ihm lächelnd stillen Beyfall nicken.
Ihr Busen klopft ihm Sieg!—In wenig Augenblicken
Steht glänzend schon ihr Held in voller Rüstung da.

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Sie schwingen sich zu Pferd, die Ritter und die Frauen,
Und ziehen nach der Stadt! und allenthalben schauen,
Von ihrer Pracht entzückt, die Leute nach, und wer
Die Gassen müßig tritt, läuft hinter ihnen her.
Bald langt mit Rezia Herr Hüon vor den Planken
Der Stechbahn an. Er läßt, nachdem er sich bey ihr
Beurlaubt, Scherasmin zu ihrem Schützer hier,
Zieht sein Visier herab, und reitet in die Schranken.

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Ein lautes Lob verfolgt von beiden Seiten ihn,
Ihn, der an Anstand und an Stärke
Den besten, die der ritterlichen Werke
Bisher gepflegt, weit überlegen schien.
Schel sehend stand am Ziel, auf seinem stolzen Roß,
Der Ritter, der in diesen dreyen Tagen
Des Rennens Preis davon getragen,
Und mit den Fürsten sah der Kaiser aus dem Schloß.

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Herr Hüon neigt, nach ritterlicher Weise,
Sich vor dem Kaiser tief, dann vor den Damen und
Den Richtern—tummelt drauf im Kreise
Den muth'gen Hengst herum, und macht dem Sieger kund,
Daß er gekommen sey, den Dank ihm abzusagen.
Er sollte zwar erst Stand und Nahmen sagen;
Allein sein Schwur, daß er ein Franke sey,
Und seines Aufzugs Pracht, macht vom Gesetz ihn frey.

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Er wiegt und wählt aus einem Haufen Speere
Sich den, der ihm die meiste Schwere
Zu haben scheint, schwingt ihn mit leichter Hand,
Und stellt, voll Zuversicht, sich nun an seinen Stand.
Wie klopft Amandens Herz! wie feurige Gebete
Schickt sie zu Oberon und allen Engeln ab,
Als itzt die schmetternde Trompete
Den Ungeduldigen zum Rennen Urlaub gab!

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Dem Ritter, der bisher die Nebenbuhler alle
Die Erde küssen hieß, schwillt mächtiglich die Galle,
Daß er gezwungen wird, auf diese neue Schanz
Sein Glück und seinen Ruhm zu setzen.
Er war ein Sohn des Doolin von Maganz,
Und ihm war Lanzenspiel kaum mehr wie Hasenhetzen.
Er stürmet, wie ein Strahl aus schwarzer Wolken Schooß,
In voller Wuth auf seinen Gegner los.