Dank, kommt mehrmahls in der Bedeutung vor, die dieß Wort in der alten Turniersprache hatte, worin es den Preis bezeichnete, welchen der Ritter gewann, der alle anderen aus dem Sattel gehoben hatte.
Dienstmann, V. 56 in der weitesten Bedeutung, ein Lehensmann oder Vasall.
Domina, II. 34 wird die Vorsteherin der Frauenklöster in einigen religiösen
Orden genannt.
Durstiglich, VI. 32, nach einer veralteten Oberdeutschen Form von Nebenwörtern, welche in inniglich, ewiglich, wonniglich u. a. wenigstens in der Dichtersprache sich noch erhalten hat. Luther gebraucht das Wort dürstiglich in seiner Übersetzung der Bibel mehrmahls, um den höchsten Grad einer leidenschaftlichen Begierde auszudrücken; als 1 Mos. 34,25. "die Brüder der Dina gingen in die Stadt Sichems dürstiglich und erwürgten alles was männlich war," und—Sprichw. Salom. 14,5. "ein falscher Zeuge redet dürstiglich Lügen". In diesem Sinne wird es hier gebraucht.
Eitel, I. 30 in der veralteten Bedeutung: "in eitel Lust und Pracht," statt, in lauter Lust—
Elfen, II. 22 und a.o. Alfen, Elfen oder Elven sind eine Art von Genien, in der Mythologie der Nordischen Völker, in welcher sie (wie Adelung unter dem Wort Alp schon bemerkt) ungefähr die Stelle der Nymfen und Waldgötter der Griechen vertreten. Auch die Fairies, an welche das Brittische Landvolk noch itzt hier und da glaubt, gehören in diese Rubrik. In Chaucers "Merchants-Tale" ist Oberon König der Fairies. Unser Dichter hat diese Elfen zu einer Art von edeln, mächtigen und den Menschen gewogenen Sylfen erhoben, und Oberon, ihr König, spielt in diesem Gedicht eine so wichtige Rolle, daß es daher den Nahmen von ihm erhalten hat.
Fahr, II. 16. Das veraltete Wort, an dessen Stelle Gefahr gewöhnlich ist. Daher Fährde, fährlich, Fährlichkeit, wovon ebenfalls in der Dichtersprache (nur pudenter, wie Horaz sagt) Gebrauch zu machen wäre.
Fahren, für reisen, ausziehen, wallfahrten, I. 26. "Als wir zum heil'gen Grab zu fahren uns verbanden." In noch weiterer Bedeutung hieß fahren herum irren, im Lande herum ziehen; daher fahrende Ritter, (Chevaliers errans) fahrende Schüler, Landfahrer u. d. Fahrt, III. 55 ist also so viel als Zug, Ritt, oder das Französische Wort Traite.
Fant, IV. 47 "Ein fremder junger Fant."—Dieses Wort wird hier für Jüngling gebraucht, und ist in so fern mit dem alten Worte Knapp (wovon Schildknapp, Bergknapp) gleichbedeutend. In Niedersachsen, wo es so viel als Knecht ist, wird es Fent ausgesprochen; im Isländischen lautet es Fant. Das Italiänische Fante ist damit vielleicht einerley Ursprungs. Auch die Bauern (Pions) im Schachspiele werden in einigen Gegenden Fant oder Fänt genannt.
Gaden, IV. 15. Ein uraltes Wort, dessen Gebrauch in Ober—und Niederdeutschland, und vornehmlich in der Schweiz, hier und da noch in verschiedenen aus einem gemeinsamen Begriff entspringenden Bedeutungen sich erhalten hat. In den Nahmen der gefürsteten Propstey Berchtoldsgaden und des Oberbayerischen Prämonstratenser-Stifts Steingaden ist Gaden eben das, was hausen, heim, zell in den Nahmen einer Menge von Klöstern in Österreich, Bayern und Schwaben. In der Bedeutung von Laden, Kammer, Scheune, Stall sagte man ehemahls Würzgaden, Gadendiener, Speisegaden, und sagt noch itzt in der Schweiz Milchgaden (Milchkeller), Käsegaden, Viehgaden, Heugaden. Für Stockwerk eines Hauses kommt es im "Schwaben-" und "Sachsenspiegel" u.b.a. und für Zimmer oder Gemach im "Heldenbuche" vor.