»Ach, mein Maggiechen,« schluchzte das alte Fräulein, sie musternd, – »sieben Jahre, sieben Jahre – und so – und dein Haar ist ja so rot ... und ...«

»Ja, ja, Perlchen, und wir sind alle nicht jünger geworden ... Sieh dir den an ...« Sie schob ihren Mann vor.

Seckersdorf beugte sich über Fräulein Perls runzlige Hand und küßte sie.

Er war sehr gealtert. Seine stattliche Schlankheit war zu einem schlaffen Embonpoint geworden, das Gesicht etwas gedunsen, und die Augenlider hingen schwer über den leicht geröteten blaßblauen Augen.

»Kommt – kommt,« sagte der Oberförster. »Ihr seid alle Kinder gegen euren alten fünfundsiebzigjährigen Vater ...« Er murmelte gerührt etwas Unverständliches, und ging ihnen in das alte Wohnzimmer voran, in dem noch jeder Stuhl wie vor sieben Jahren stand.

Maggie fing plötzlich an zu weinen. Seckersdorf wollte mit seiner dicken Hand über ihre Schulter streichen, aber er sah ins andere Zimmer und griff ins Leere.

»Und Gertrud?« fragte Maggie.

Der Oberförster sah nach der Uhr.

»Werden gleich da sein.«

»Wie sieht sie aus? Wie leben sie denn eigentlich? Der Auklapper erzählte gestern auf dem Bahnhof, daß sie so fromm geworden ist.«