Er legte die große, weiße Hand übers Gesicht, als wollte er es in diesem Augenblicke nicht sehen lassen.
Maggie war mit einem Male gar nicht wohl zumute. Wie ein Stich durchfuhr sie der Gedanke: »Was tust du da?« Und gleich hinterher: »Was willst du selbst mit diesem großen Kinde, das so ganz erfüllt von der anderen ist?«
Es fehlte nicht viel und sie hätte eingelenkt. Aber da kam der Oberförster hinein, und man setzte sich zum Essen.
Seckersdorf machte liebenswürdig und ohne etwas von seiner Erregung zu verraten, den Wirt Nur seine Augen hatten einen zerstreuten, bekümmerten Blick und suchten fragend und vorwurfsvoll Maggie, wenn sie eine heitere Bemerkung machte, sich mit dem Vater herumstritt und ihn mit allen möglichen Dingen neckte.
»Ich will dich zerstreuen, dir über diese Stunde hinweghelfen,« sagten ihm dann ihre mit einem Male dunkel werdenden Blicke, und er antwortete darauf mit einem schwachen Lächeln. Sie wiederum fühlte, daß ihr Mitleid ihm gut tat, und spielte ihre Rolle mit Befriedigung weiter.
Das Essen war mäßig, die Weine gut. Man hielt sich also ans Trinken, die Herren natürlich, und dank Maggies Munterkeit – »sie ist immer so«, bemerkte der Oberförster – schien die kleine Tafelrunde bald in fröhlichster Stimmung. Auch Seckersdorf lachte viel. In einer großen Steigerung seines Wesens, die ihm selbst fremd war, wurde er fast redselig.
»Ich hab's nicht gedacht, daß ich noch so sein kann,« gestand er ehrlich. »Aber, gnädiges Fräulein verstehen es, einen vergnügt zu machen. Ich habe das schon damals bei den Waldlackern gemerkt.«
»Das findet Gertrud auch immer,« sagte sie, wie in Gedanken, und fuhr dann leicht zusammen, heimlich überlegend. »Ob er nun nicht vergleicht?«
Bei dem Namen, der ihm alles wieder in das Gedächtnis rief, machte er zwar ein trübseliges Gesicht, aber Maggie triumphierte doch.
»Ihre Frau Schwester ist nicht so heiter?« fragte er höflich.