Auf der stillen Straße, gen Himmerod hin, fegte die wilde Jagd. Das war ein Getrappel, ein Gekreisch, ein Johlen und grelles Schreien, ein Huschen flüchtiger Gestalten. Das quirlte durcheinander, wogte, hüpfte und sprang. An der weißen Kirchhofsmauer zeigten sich, in’s Ungeheuerliche verzerrt, flatternde Schatten; unheimlich gespenstisch tauchten sie auf und nieder, wischten vorbei und verschwanden.
Und hinter der bleichen Wand ragte das Kreuz aus dem Dunkel des Friedhofes; wie ein Wahrzeichen stieg es empor und schien endlos bis in den Himmel zu wachsen.
Peter wagte einen scheuen Blick dorthin; einen noch scheueren warf er hinter sich auf die nachdrängenden Weiber; sein Fuß zögerte. Sollte er sich wenden, jene zu Hilfe rufen?!
Ihn schauderte.
„Voran, voran!“ trieb der Obergendarm.
Und Pittchen trottete wieder weiter.
Die Jagd wurde langsamer, jetzt fehlte es ihnen allen an Atem.
Schnaufend trabte der Oberkailer an des Gefangnen andrer Seite; rechts und links hielten ihn beide Gendarmen gepackt, ab und zu wandten sie sich um und streckten den in geringer Entfernung Folgenden die Waffen entgegen.
Das laute Geschrei war verstummt, es hatte einem dumpfen Murren Platz gemacht. Gleich einer bösen Bestie schlich die Weiberkolonne hinterdrein; sie knurrte und lauerte und drohte in unheimlicher Tücke.
Näher und näher kam man dem Thalende, hoch und finster hoben sich die Ruinen von Himmerod, dahinter schwarz ragende Bäume des unendlichen Waldes.