»Er möchte doch fahren ins Heu, juchhei,
Ins Heu, juchhei –«
»St – – –!« Sie legte ihm die Hand auf den Mund.
»Das ist gar kein schönes Lied – ein garstiges Lied! Das wirst du nie mehr singen!«
»Aber warum denn nicht?« Er sah sie mit runden Augen erstaunt an.
»Weil ich es nicht wünsche,« sagte sie kurz. Sie war empört: morgen, ja morgen, da würde sie dem Mädchen aber ihre Meinung nicht vorenthalten!
Jetzt waren ihre Wangen nicht mehr heiß; eine empfindliche Kühle schauerte über die Veranda, die ihr eisig bis ans Herz griff. Als Paul rief: »Aber, Käte, wo steckst du denn? Lege doch erst ab!« folgte sie rasch seinem Ruf.
Der Knabe blieb allein stehen und sah mit blinzelnden, träumerischen Augen in die milde, jetzt ganz dunkle Nacht. Ha, das war doch so schön, wie die Cilla gesungen hatte! Morgen mußte Cilla wieder singen und erzählen! Wenn sie nun auch wieder da war! Ein ungestörtes Plätzchen würde doch noch zu finden sein! –
Käte schlief gar nicht in dieser ersten Nacht, obgleich sie todmüde war. Vielleicht zu müde. Sie hatte noch eine lange Auseinandersetzung mit Paul gehabt, als sie schon zu Bette lagen. Er hatte ihr recht gegeben, daß weder das eine noch das andre Lied sehr passend war, aber – »Du lieber Gott,« hatte er gesagt, »was hört man als Kind nicht alles, und es geht spurlos an einem vorbei!«
»An dem nicht!« Und dann klagte sie: »Ich habe so oft versucht, ihm wirklich Schönes vorzulesen, das Beste unserer Dichter – aber gar kein Interesse, noch gar kein Verständnis! Und für solche – solche« – sie suchte einen Ausdruck und fand ihn nicht – »für so etwas begeistert er sich! Aber ich leide es nicht, ich dulde es nicht! Dergleichen darf nicht in seine Nähe!«