Er ist nach dem Kranz gesprungen,
Fesseln haben ihn umringt,
Er hat selbst das Lied gesungen,
Das der Feind jetzt um ihn singt.
Aber der ist unbesieget,
Der ein Dichter und ein Held,
Weil er in dem Himmel wieget
Seines Schmerzes giftge Welt.
Und es steigt an seinem Leiden
Heilend Sonn und Mond empor,
Unter Sklaven kann er schreiten,
Wie ein Sänger in dem Chor.
Er ist einsam im Getümmel,
Und er geht in selgem Traum,
Und sein Aug steigt zum Himmel
Ewig von dem irdschen Saum.
Aber Pietro geht zur Linken
Wie ein armer Schäferknabe,
Der den Schatz hinab sah sinken,
Den er mühsam ausgegraben.
Immer sieht er vor sich spielen
Noch die goldne Zaubertruhe,
Wo sein Weg auch hin mag zielen,
Flieht der Schatz ihn ohne Ruhe.
Also muß ein Buhler irren,
Dem die Buhle ging zu Grab,
Die aus zaubrischen Geschirren
Ihm die Liebestränke gab;
Also in dem Venusheere
Zieht die liebestörge Brut,
Daß sie ewig sich verzehre,
Ewig wachs in böser Glut.
Ob sin Blick zur Erde nieder
Oder auf zum Himmel schwebt,
Sieht er stets den Rumpf der Hyder,
Der ein neues Haupt erhebt.
Jede Blume möcht er küssen,
Die die Jungfrau ihm zur Rechten
Tritt mit zarten Rosenfüßen,
Und sich einen Kranz draus flechten,