Aber halte fest, du wankest!
Sieht, jetzt durch den Flechtenknoten
Steck ich meine Silbernadel,
Bleib der Geberin gewogen!"

Und Biondetta spricht: "Die Nadel
Will ich heut ins Herz mir stoßen,
Wenn ich auf des Spieles Bahnen
Mich dem schönsten Tode opfre.

Wenn die Fluten des Gesanges
Weltlich alle sind zerronnen,
Wenn die Schwingungen des Tanzes
Alle nieder sind gezogen.

Wenn die Saiten meiner Harfe
Weltlich alle sind gebrochen,
Denk ich deiner, Rosablanke,
Dient die Nadel mir zum Dolche!

Und das Ringlein, das ich trage,
Das mit mir gefunden worden,
Nimm es hin zur Gegengabe!
Also bin ich dir gewogen!

Aber wähl auch aus dem Schranke
Irgend ein Gewand dir, Holde!
Zur Erinnrung dieses Tages
Zeige es dem Vater Kosme.

Morgen will ich Sankt Claren
Zu der Totenmesse kommen,
Und dann dir zum Rosengarten
Deines ernsten Vaters folgen."

Lange wählet Rosablanke
Welch Gewand sie nehmen sollte,
Und Biondetta singt zur Harfe,
Ihre Rolle wiederholend:

"Lebet wohl, ihr falschen Farben,
Eitler Tränen Regenbogen,
Sterne, die mit falschem Glanze
Dienten einem Flittermonde!

Meine Tränen sollen wachsen,
Daß sie mit den bittern Wogen
Ganz mein Irdsches überwallen,
Bis die Schuld ist hingenommen.