Wandelt ernsthaft durch die Türe,
In der Rechten einen Spaten,
Und sie wagt nicht, ihn zu grüßen,
Also hell und finster war er.
Und sie pflückt gebückt in Züchten
Süße Blümlein, die noch schlafen,
Die unschuldgen, ohne Sünde,
Ohne Taufe, ihm zum Kranze.
Da sie scheu den Kranz schon ründet,
Steht vor ihr der trübe Wandrer,
Spricht: "Wohl selig sind die Blüten,
Die du tötetest im Schlafe;
Selig in der Nacht gepflücket,
Die in Unschuld sind empfangen,
Die nicht traf der Fluch der Sünde,
Starben selig vor dem Apfel.
Aber uns tut not zu büßen,
Denn das Weib ward durch die Schlange
Zu dem Gottesraub verführet,
Den sie teilte mit dem Manne.
Und so hat der Herr erzürnet
An die Erde uns gebannet;
In der Mutter muß ich wühlen
Nach dem göttlichen Erbarmen.
Mit dem Fleische ist die Sünde
Aus der Erde aufgegangen;
In der Mutter muß ich wühlen,
Bis der Vater sich erbarmet!"
Und vor Rosablankens Füßen
Fing der Ernste an zu graben,
Und da er die Gruft erwühlet,
Hat die Erde ihn umfangen.
Mit ihm zu der Erden Grüften
Sinken auch des Tales Schatten;
Aus den Gründen zu den Hügeln
Tritt die Nebelwoge wachsend.
Trüb getürmt auf düstern Füßen
Schwankt der Riese auf am Walde,
Schwingt die Nacht auf seinen Rücken,
Kalt die Nebelfäuste ballend.