Und er sprach: Mit frecher Rede
Habt ihr mir das Herz zerrissen!
Hat die rächende Athene
Euch, Gesellen, auch ergriffen?
Wißt, ich war in tiefster Seele
Lang ob dieser Zeit ergrimmet,
Welche zu entblößen strebet,
Was Gott keusch verhüllt will wissen.
Dieses schändlichen Entdeckens
Strafe wollte ich hier schildern,
Und ihr treibt denselben Frevel
Mir vor meinem züchtgen Bilde!
Doch ich folg des Herren Lehre:
Gibt dein Aug dir Ärgernisse
Reiß es aus, tritts an die Erde!
Liebes Bild, ich muß dich richten. —
Und nun riß er mit dem Messer
Zürnend durch des Bildes Mitte,
Und zertrat mit bittren Tränen
Wild sein mühsam Werk mit Füßen.
Seiner lachten noch die Frechen,
Dem das Liebste sie entrissen;
Das traf tief ihn in der Seele,
Und er stand in Tränen zitternd.
Und das Messer aus der Rechten
Mußt liebkosend ich ihm winden,
Daß er nicht zum Mörder werde,
Schmeichelnd in das Haus ihn zwingen.
Seine Axt, die in der Ecke
Stand — er ist zugleich ein Zimmrer —
Mußt die Tochter schnell verstecken,
Als ich ängstlich ihr gewinket.
Denn er war so tief erreget,
Daß er gänzlich schien von Sinnen
Und die Tochter kaum erkennte,
Vor ihm auf den Knien liegend.
Und er schrie: O Himmel, sende
Mir die Bären, die zerrissen
Jene Buben, den Propheten
Ob des nackten Hauptes schimpfend;