Ihre Stimme noch umfangen
Von des Traumes Nebelkrone,
Und die Augen scheu umflattert
Von der Sonnenbilder Flocken.

Doch des Wassers Spiegel mahnet
Zu dem frommen Wunsch die Fromme:
"Könnte alle Schuld ich zahlen
Mit der goldnen Flut der Locken!"

Ihre Worte hört der Alte,
Und spricht zu ihr: "Fromme Tochter,
Sei gesegnet an dem Tage,
Da du bist zum Licht geboren!

Aber bleich sind deine Wangen,
Und die Augen trüb umfloret?" —
"Vater, schwere Träume brachte
Diesen Morgen mir Aurore.

Überm Haupte bang gespannet
Schwankt und droht des Traumes Bogen,
Den zerbrochen mir die Schwalbe,
Niederträufelnd einen Tropfen." —

"War es Feuer, war es Wasser,
Rosablanka, was dir drohte?
War erwühlet dir der Garten?
Bebte unter dir der Boden?" —

"Ja, es waren Tränen, Vater,
Und es war die Glut der Rosen,
Und um göttliches Erbarmen
Ward erwühlt des Gartens Boden." —

"Wehe! wehe! Rosablanka,
Der gewühlet in dem Boden,
Fand er göttliches Erbarmen
Oder blieb sein Werk verloren?" —

"Er ging unter still ermahnend,
Über ihm ist aufgeschossen
Eine bunte, schöne Schlange,
Dringend hin nach meinen Rosen."

"Wehe! wehe! Rosablanka,
Gabst du hin die heilgen Rosen?
Hat die bunte, schöne Schlange
Dich mit bunter Luft betrogen?"