Tut den Frauen gut, so eine kleine Motion, sagte Gottlieb mit leiserer Stimme; schlafen sonst gar zu leicht ein. Merkwürdig, wie man bei gutem Grog und guten Zigarren einschlafen kann! Aber die Weiber, die Weiber! es ist ein Jammer mit den Weibern! Es fehlt ihnen allen so der rechte Sinn für die tiefe Poesie, die aus einem beinahe leeren Glase heraufblinkt; sie haben kein Herz dafür, keine Seele, keine Eingew–
Was schwätzest du da wieder einmal, du alter, schlechter – breitschultriger Mann, sagte Emmy, indem sie die Zuckerschale auf den Tisch stellte und ihrem Gatten dabei einen leisen Schlag auf die vornübergebeugten, in der Tat ungewöhnlich breiten Schultern gab.
Schilt nur nicht auf meine Schultern, Emmy, sagte Gottlieb; du weißt, daß du es einzig und allein meinem breiten Rücken verdankst, wenn du in diesem Augenblick nicht mehr Fräulein Emmy Jäger, von der Firma Jäger, Breitkopf u. Co., sondern Frau Gas-Direktorin Roland bist.
Ah bah! sagte Emmy.
Aber, Emmy, du kannst doch nicht leugnen, daß ohne meine Schultern –
Gottlieb, du bist unausstehlich, sagte Emmy, indem sie einen schwachen Versuch machte, beleidigt auszusehen.
Sie machen uns in der Tat neugierig, sagte der Assessor Stricker, der sich längst wieder gesetzt hatte.
Was ist's mit Ihren Schultern, Roland? sagte der Leutnant von Berkenfeld.
Nichts ist, gar nichts; sagte die junge Frau eifrig; Gottlieb ist ein Schwätzer, ein Fanfaron, ein Renommist –