"Einen Moment!" erinnerte der eine der Paduaner und erhob warnend den
Finger. Beide verließen die Kammer.

"Was war es in Belriguardo? Ist es wahr, habe ich den Bruder geblendet?"

Der Herzog bejahte betrübt.

"Lebt er?"

Wiederum bejahte der Herzog. "Sieht er schrecklich aus?"

"Ich habe ihn nicht mehr gesehen. Zuerst, weil ich nur an dich dachte, und dann, weil er mit Ferrante sich gegen uns verschwor, da er sich rächen wollte."

"Und du entdecktest das ohne mich?"

"Man verriet sie. Sie liegen beide im Turme zum Tode verurteilt."

Jetzt wurde leise die Tapete gehoben, und eine ärztliche Stimme bat mit Ehrfurcht um Beendigung des ersten Gespräches.

Der Herzog küßte die herabhangende Hand des Bruders mit Zärtlichkeit; denn nicht nur liebte er den Bruder, die Rettung Ippolitos gab ihm auch den unentbehrlichen Ratgeber zurück.