'Und dann rasch mit euch auf dein entlegenstes Schloß!' beendigte
Ascanio.
'Das rate ich nicht', verbot der Tyrann. 'Keine Furcht. Keine Flucht.
Heute vermählst du dich, und morgen hältst du Hochzeit mit Masken.
Valete!' Er schied, Germano winkend ihm zu folgen."
"Darf ich unterbrechen?" fragte Cangrande, der höflich genug gewesen war, eine natürliche Pause der Erzählung abzuwarten.
"Du bist der Herr", versetzte der Florentiner mürrisch. "Traust du dem unsterblichen Kaiser jenes Wort von den drei großen Gauklern zu?"
"Non liquet."
"Ich meine: in deinem innersten Gefühl?"
Dante verneinte mit einer deutlichen Bewegung des Hauptes. "Und doch hast du ihn als einen Gottlosen in den sechsten Kreis deiner Hölle verdammt. Wie durftest du das? Rechtfertige dich!"
"Herrlichkeit", antwortete der Florentiner, "die Komödie spricht zu meinem Zeitalter. Dieses aber liest die fürchterlichste der Lästerungen mit Recht oder Unrecht auf jener erhabenen Stirn. Ich vermag nichts gegen die fromme Meinung. Anders vielleicht urteilen die Künftigen."
"Mein Dante", fragte Cangrande zum andern Mal, "glaubst du Petrus de
Vinea unschuldig des Verrates an Kaiser und Reich?"
"Non liquet."