"Da ist er schon!" schrie Ippolito und flüchtete sich.
"Ihr, Morone? Und im Staatsgewand? Doch von der Reise erhitzt, wie ich sehe. Eure drei Masken haben Euch wohl den Atem benommen."
Morone atmete schwer und hörbar. Schweißtropfen quollen ihm auf der Stirn. Er stand wortlos.
"Was bringt Eure Weisheit?" fragte der Feldherr mit ernsthaften Augen und empfing von dem Stammelnden keine deutliche Antwort. Nach einer Pause ergriff Pescara mit spielender Hand die Münze, welche der Kanzler an einer schweren goldenen Kette auf der Brust trug. "Ein Lionardo, Kanzler? Und wen stellt es dar? Den Mohren? Ein geistvoller Kopf!"
Aber selbst an seinen geliebten Herrn vermochte der Kanzler nicht anzuknüpfen, so völlig war er außer Fassung.
Da begann der Feldherr ohne weitere Einleitung: "Euer Herzog, Morone, wünscht günstigere Bedingungen? Es könnte Rat werden, sobald mich die Hoheit von ihren guten Absichten überzeugt haben wird. Nehmen wir einmal mein Ultimatum Punkt um Punkt miteinander durch." Er trat an den Tisch und suchte ein Papier.
Nun empfand er einen heißen Atem an der Wange, und ein Geflüster füllte sein Ohr. "Pescara", keuchte es, "nicht darum handelt es sich, sondern Italien gibt dir sein Heer!"
"So ist es gut", erwiderte der Feldherr, ohne den Kopf zu drehen. "Es unterwirft sich dem Kaiser?"
Da schrie es hinter ihm: "Nicht dem Kaiser, sondern dir, wenn du von ihm abfällst!"
Jetzt wendete sich Pescara gegen den Tollkühnen und drohte mit feindseliger Gebärde: "Du rasest! Ich weiß nicht, was mich abhält, dich zu ergreifen und aus dem Fenster zu werfen!"