"Eure Gemeinen aber, die aus allen Ländern der Erde zusammengeflossen sind, beherrschet Ihr durch Eure unerschütterliche Seele und durch Eure eiserne Kriegszucht, nicht zu vergessen einen regelmäßigen Sold, wie ihn der Kaiser nie zu geben vermochte, Euch aber gehören jetzt alle Schätze Italiens. Und erlittet Ihr eine Einbuße an Leuten, so füllet Ihr das Heer aus den Schweizern, die sich nun überallhin vermieten, seit sie aus Mangel an Führung und an einem Staatsgedanken ihre schon gewonnene Weltstellung und ihre auswärtige Politik verscherzt haben."
"Schade", redete Pescara mit sich selber. Er hatte eine Art Zärtlichkeit für die Schweizer, die er zweimal überwunden und von welchen er bei Bicocca, mit einer insbesondere gegen deren rasende Sturmläufe erfundenen Stellung des Geschützes, in wenig Minuten ein volles tollkühnes Tausend vernichtet hatte. Er liebte dieses tapfere Volk, obwohl er seine Speerwunde von Pavia dem Stoß einer Schweizerlanze verdankte. "Ihre Freiheit wird ihnen bleiben, aber schade", wiederholte er.
"Eures Heeres sicher", fuhr der Kanzler fort—"Nehme ich Mailand", ergänzte Pescara. "Mein Plan ist entworfen."
"Ihr braucht es nicht zu nehmen, da der Herzog ein Mitglied der Liga ist, deren Feldherr Ihr seid."
"Richtig, das hatte ich vergessen. Auf alle Fälle, Mailand ist der Zentralpunkt. Und dann?"
"Gebietet Ihr über die Truppen der Heiligkeit, Venedigs und Neapels, die Kleinern nicht zu nennen."
"Halt, Morone! Neapel ist spanisch."
"Nach Neapel habet Ihr dann Euren Neffen gesendet als Euren Vizekönig, der es durch seine Grausamkeit in wenigen Wochen unterworfen haben wird."
"Als meinen Vizekönig? Ich König von Neapel? Seit wann trage ich die Krone?" fragte Pescara gelassen.
"Siehe, die geflügelten Füße, die sie Euch bringen, sind vor Eurer Schwelle", sprach der Kanzler errötend.