"Wie wird mir der Tag vergehen?" jammerte der Kanzler.

"Alles geht vorüber. Noch eins: nähert Euch, ich bitte, den Wachtposten nicht, Ihr verstündet denn das Deutsche." Er sah den Kanzler erbleichen. "Fürchtet nichts", schloß er freundlich und entließ ihn.

Wie er sich wieder umwendete, näherten sich ihm der Herzog und Del Guasto, die ihr Versteck verlassen hatten, beide in der höchsten Aufregung, der bleiche Bourbon mit fieberhaft geröteten Wangen, Del Guasto mit lodernden Augen. Pescara erriet, daß das belauschte Gespräch und der gezeigte Ruhm sie beide verführt und bezaubert hatte. Del Guasto lechzte nach Beute und der Herzog nach dem reinigenden Lorbeer. Noch schwiegen sie, aber ihre dringende und flehende Gebärde wollte sich in Worte verwandeln. Da schloß ihnen Pescara den Mund.

"Herrschaften", sagte er, "hier wurde Theater gespielt. Das Stück dauerte lange. Habt Ihr nicht gegähnt in Eurer Loge?"

Da schlug der Bourbon in plötzlich umspringender Stimmung eine gelle Lache auf. "Trauerspiel oder Posse?" fragte er.

"Tragödie, Hoheit."

"Und betitelt sich?"

"Tod und Narr", antwortete Pescara.

Viertes Kapitel