Dein edles Wissen, spräch' ich, liegt dir tot,
Du bietest Gold und wir bedürfen Brot!
Die Menge hungert, ahntest du es nie?
Hervor mit deinen Schätzen! Sätt'ge sie!
Dein Denken, spräch' ich, ist ein eitler Traum,
Wächst drangvoll nicht daraus ein Lebensbaum…
Was willst du? Weihrauch? Ehrerbietung? Gern.
Du bist ein großes Licht, ein heller Stern!
Vor deinem Ruhme beugt der Hutten sich—
Nun aber, großer Mann, ermanne dich!
Die Satyrmaske lege sie beiseit—
Ein offnes Antlitz fordert unsre Zeit.
Freund—alles ist vergeben, rede frei!
Ich schütze dich vor Papst und Klerisei!
Du kennst die Wahrheit, übe nicht Verrat,
Gib Zeugnis! Wage eine Mannestat!
Bekenn, Erasme, ob du ein Papist,
Ein Römer oder evangelisch bist!
Kein Drittes! Gib in großem Stile dich!
Du kneifst die Lippen—bist du unser? Sprich!…