Jetzt ward die Stätte leer; ich aber schlich
Hinaus und auf den Balken setzt' ich mich.

Betrachtend das behaune Tannenstück,
Dacht' ich ans eigne Tagewerk zurück…

Ich starrte nieder, der Gedanken Raub,
Da traf die Schulter mir ein fallend Laub.

Mich schauerte, da ich das Blatt gespürt,
Als hätte mich des Meisters Hand berührt

Und mich gemahnt: Genug! Die Sonn ist fern,
Geh ein, du Knecht, zur Ruhe deines Herrn!

LVI Reife

Es wendet sich das Jahr, die Welle raucht,
Mein Eiland ist in Morgenduft getaucht.
Vor mir in herbstlicher Verschleierung
Bewegt sich einer Barke Ruderschwung.

Herüber glänzt durch schwankes Nebelspiel
Die hochgetürmte Burg von Rapperswyl.

Zu Häupten mir durch hellre Schleier bricht
Das süße Blau, das warme Sonnenlicht;

Und schwerer hangt die Traube schon am Schaft,
Sie schwillt und läutert ihren Purpursaft,