Er war's! Mir pocht das Herz von Groll bewegt
Und jede Fiber zittert aufgeregt.
Er war's! Er stand auf meiner Friedensstatt,
Der mir den Vetter Hans erschlagen hat,

Der ihm, zu seinem Weib entbrannt in Lust,
Den Degen meuchlings rannte durch die Brust,

Der ihm, da bang er mit dem Tode rang,
Ein Henker! um den Hals den Gürtel schlang,

Den ich vertrieb von seiner Väter Herd
Mit meines Gurts und meiner Rede Schwert,

Auf dessen Spur ich wies den Furienchor,
Auf dessen Scheitel ich die Acht beschwor…

Ich saß im Hauskleid still am Hügelrand,
Ein philosophisch Büchlein in der Hand,

Da hört' ich einen Fremden halb bezecht
Den Schaffner loben, wie man lobt den Knecht.

Ich kannte dieser hohen Stimme Schrein!
Er lachte widrig—er gewahrte mein.

Der Trunkne trat mit vollem Humpen vor—
Mir sträubte sich vor Graus das Haar empor;

Mich starr betrachtend, zweifelnd, ungewiß:
"Trink", schrie er, "siecher Bettler, und vergiß!"