Frau Prostakowa. Bist heute ganz ins Lügen hineingeraten, mein Lieber! Der Bruder könnte gar glauben, daß wir sie aus Interesse zu uns genommen haben.

Prostakow. Wie sollte er das glauben?! Ihr unbewegliches Vermögen können wir doch nicht in unsre Tasche hineinwandern lassen!

Skotinin. Das bewegliche ist zwar schon hineingewandert, aber ich bin kein Verräter. So was macht Scherereien, die ich nicht liebe, die ich fürchte. Wie oft mich auch die Nachbarn übervorteilt, wieviel Schaden sie mir gebracht – ich habe auf keinen eine Klage eingerichtet. Statt mir den Schaden durch Laufereien einzubringen, zwack’ ich’s mir von den Bauern ab, und kein Hahn kräht danach.

Prostakow. Es ist wahr, Schwager: die ganze Nachbarschaft meint, du verstehest es meisterhaft, den Obrok[1] einzukassieren.

[1] Abgaben der zinspflichtigen Bauern. Anm. d. Übers.

Frau Prostakowa. Wenn du’s uns doch lehren wolltest, lieber Bruder; wir verstehn’s gar nicht. Seitdem wir alles, was die Bauern besaßen, uns zugesteckt haben, können wir sie gar nicht mehr rupfen. Ein wahrer Jammer!

Skotinin. Gern, Schwester, will ich’s euch lehren – macht nur, daß ich Sophie heirate.

Frau Prostakowa. Gefällt dir denn das Mädchen so ungeheuer?

Skotinin. Nun, nicht gerade das Mädchen –

Prostakow. Also ihre Dörfer?