Hermann Hesse schrieb über diese Sterne-Ausgabe: Nun kommt also auch Sterne dazu. Gewiß lag er längst deutsch vor, aber ich muß zugeben, daß diese alte Bodesche Übertragung wirklich in Klang und Geist etwas Kongeniales und Wahlverwandtes mit dem Originale hat, und was den Neudruck betrifft, so hat der Verlag Georg Müller damit ein Prachtstück geliefert. Für Freunde außergewöhnlich hübscher Bücher tut sich hier ein Lustgarten auf.
Die Ausgabe wurde in altertümlicher Fraktur gedruckt. Als Format wurde ein zierliches Oktav gewählt. Gebunden wurden die Bändchen in Halbfranz nach einem Entwurfe von Paul Renner.
Tobias George Smollet: Roderich Random.
Ein Seitenstück zum Gil Blas. Nach der W. Ch. S. Myliusschen Übersetzung herausgegeben von Marianne Trebitsch-Stein. Zwei Bände. 12°. In Halbfranz gebunden.
Wiener Allgemeine Zeitung: Ein neuer Band der von Otto Julius Bierbaum begründeten Bücher der Abtei Thelem, ein literarischer Leckerbissen, ein Buch, das als Zeitdokument interessiert und unterhält. Ein Seitenstück zum »Gil Blas« nennt es der Autor, aber wo der Franzose nur unterhält und die Kritik hinter lächelnder Wohlgelauntheit verbirgt, gibt Smollet unerbittliche Wahrheit, ehrliche Entrüstung. Neben den weiten Möglichkeiten, die der Roman Smollets satirischen Absichten bot, lockten ihn die abenteuerlichen Fahrten, die er selbst erlebt hatte, die wechselvollen Geschicke, die ihn in allen Weltteilen umhergeschleudert hatten, deren lebendiger Atem das Werk so frisch bewegt und es vor dem Veralten bewahrte. Marianne Trebitsch-Stein hat mit viel Sorgfalt die Ausgabe vorbereitet und in der Einführung eine Geschichte des Smolletschen Romans gegeben, die in ihrer umfassenden Gründlichkeit schon eine kleine englische Kulturgeschichte jener Zeit ist.
Tobias George Smollet: Peregrine Pickle.
Nach der W. Ch. S. Myliusschen Übersetzung herausgegeben von Rudolf Kurtz. Zwei Bände. 12°. In Halbfranz gebunden.
Walter Scott: Es findet sich zwischen »Roderich Random« und »Peregrine Pickle« ein Unterschied, den man oft zwischen dem ersten und zweiten Werke eines Verfassers, der mit glücklichen Erfolge aufgetreten ist, finden wird. »Peregrine Pickle« ist vollendeter, sorgfältiger ausgearbeitet; man bewundert darin eine größere Verschiedenheit von Abenteuern und Charakteren als im »Roderich Random«. Allein dieser ist mit einer gewissen Ruhe und Natürlichkeit geschrieben, die nicht im gleichen Maße im »Peregrine Pickle« anzutreffen ist. Wenn aber auch Smollet die Einfachheit seines ersten Romanes dem zweiten nicht gegeben hat, geben wollte oder konnte, so entschädigt doch »Peregrine Pickle«, ohne eine Spur von Abnahme der Kräfte des Verfassers zu verraten, durch eine viel reichere Sammlung von Gestalten und Verhältnissen als sein Vorgänger.
Henry Fielding: Tom Jones.
Roman. In der Übersetzung von J. J. Bode. Herausgegeben und eingeleitet von Johannes von Guenther. Drei Bände. 8°. In Halbfranz gebunden.