Ist eine in Indien und auf den Südseeinseln vorkommende Pfefferart, aus deren Wurzeln die Eingebornen ein berauschendes Getränk bereiten. Die weichen Wurzelstöcke werden zu Brei zerkaut und dieser mit Wasser übergossen. Die Mischung läßt man gären; sie liefert den Bewohnern mancher Südseeinseln ein begehrtes Getränk. Die Kawa-Wurzel kommt wild vor, wird aber auch von den Eingebornen angebaut. Samoa hat im letzten Jahre nicht nur seinen eigenen Bedarf gedeckt, sondern auch noch 16900 kg im Werte von 25400 Mk. nach den Nachbarinseln ausführen können.


[III. Südfrüchte.]

Dattelpalme.

Die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) bildet einen schlanken, bis 20 m hohen Stamm; einzelne Exemplare sollen sogar eine Höhe bis zu 40 m erreichen. Die Krone besteht aus 40-80 Wedelblättern, die bis zu 4 m lang werden. Meist bildet sich in jedem Jahr ein neues Blatt, während ein altes abstirbt; dies fällt nicht ab, wird aber, wenn die Bäume sich in Kultur befinden, von Menschenhand entfernt. Die Blüten der Dattelpalme sind eingeschlechtig, es sind also männliche und weibliche Bäume zu unterscheiden. Die Blütenstände beider Bäume bilden Rispen, jede Rispe enthält beim männlichen Baum etwa 12 000 Blüten, beim weiblichen 100-200 Fruchtansätze.

Die Dattelpalme wird von altersher im nördlichen Afrika und im südwestlichen Asien angebaut; hier ist deshalb wohl ihre Heimat zu suchen. Sie gedeiht überall auf trocknen Gebieten der Subtropen, bringt aber nur in besonders bevorzugten Gebieten schmackhafte Früchte. Die Fortpflanzung geschieht selten durch Samen, in der Regel durch Wurzelschößlinge. Im 6.-8. Jahre blüht der Baum zum erstenmal, aber erst im 20. Jahre liefert er volle Erträge; diese können bis zum 70. oder 80. Jahre andauern; von da an wird der Ertrag geringer und im Alter von 100 Jahren stirbt der Baum ab. Als Durchschnittsernte rechnet man auf einen Baum 50 kg jährlich.

Der Nutzen der Dattelpalme ist ein mannigfaltiger. Die Früchte dienen in den Anbauländern den Eingebornen roh, getrocknet oder gekocht als Hauptnahrung; in Körbe gepreßt oder in Sand gegraben können sie zwei Jahre aufbewahrt werden; selbst in der brennenden Sonnenhitze verderben sie nicht. Deshalb bilden Datteln auf den Karawanenreisen ein unentbehrliches Proviantmittel. Auch nach Europa werden jährlich große Mengen ausgeführt. — Aus den Früchten wird durch Pressen der Dattelhonig gewonnen, der gegoren ein weinartiges Getränk darstellt; ein solches erhält man auch aus dem Stamm durch Anzapfen. Die Herzblätter liefern den wohlschmeckenden Palmkohl; aus den Wedeln fertigt man Gewebe und Taue, die widerstandsfähig gegen Salzwasser sind und deshalb in der Schiffahrt Verwendung finden.

Außer in ihrer Heimat wird die Dattelpalme jetzt auch in Mexiko, Kalifornien, Australien und Südafrika kultiviert. Von unsern Kolonien kommen für ihren Anbau in erster Linie Südwestafrika, Togo und Ostafrika in Betracht; in einigen Gegenden Südwestafrikas kommt sie ganz vorzüglich fort und liefert auch befriedigende Ernten, selbst noch in Höhe bis 1000 m.

Banane

(Tafel 6).