Clitandra.
Die Clitandra-Arten sind denen der Landolphia nahe verwandt. Erst in jüngster Zeit hat man ihren hohen Wert für die Kautschukgewinnung erkannt, und sie nehmen in dieser Industrie schon heute eine bedeutende Stellung ein. Der Milchsaft ist bei ihnen außerordentlich reichlich vorhanden und zwar in derselben Güte wie bei den besseren Landolphiaarten.
Die Clitandren sind ebenfalls Klettergewächse, die in den Urwäldern der afrikanischen Tropen gedeihen. Am häufigsten hat man sie bis jetzt im Kongobecken und in Kamerun angetroffen. Kenner empfehlen gewisse Clitandraarten als die bestgeeigneten Kautschukpflanzen zur Kultur in Westafrika.
Die Saftgewinnung geschieht wie bei der Landolphia.
In Togo und Kamerun werden versuchsweise sowohl Landolphia- und Clitandra-Arten auf einigen europäischen Pflanzungen angebaut.
Manihot Glaziovii
(Tafel 30).
Diese Pflanze ist nicht in Afrika heimisch, wird aber vielfach hier angebaut. Sie stammt aus dem tropischen Südamerika, wo sie auch kultiviert wird. Der Manihot bildet einen stattlichen Baum von 10-15 m Höhe, hat eine fast kugelige Krone und blaßgrüne, gelappte Blätter.
Die Bäume werden manchmal schon angezapft, wenn sie erst 3-4 Jahre alt sind. Geschieht dies mit Behutsamkeit ohne grobe Verletzung des Holzes, so kann die Anzapfung eine Reihe von Jahren hindurch regelmäßig wiederholt werden. Der aus dem Manihot gewonnene Kautschuk wird nach dem Namen seines engeren Heimatlandes auch Ceara-Kautschuk genannt.
Besonders in Ostafrika, in den Bezirken Wilhelmstal, Lindi, Kilwa und Moschi bestehen jetzt ausgedehnte Pflanzungen mit Manihotbäumen, allein in Wilhelmstal z. B. über eine Million. Die meisten der Bäume sind aber noch nicht alt genug, um ertragsfähig zu sein. Auch Togo und Kamerun besitzen Manihot-Kulturen. Am besten sagt der Pflanze trocknes, steiniges Gelände zu, wie es Ostafrika, Togo und auch das Hinterland von Kamerun in weitem Umfange bieten.