12. Auflage. Preis Mark 3.—
Dieses Buch ist das zweite Romanwerk der jungen, um der unerhörten erotischen Kühnheit ihrer Dichtungen willen so schnell berühmt gewordenen und so viel gelästerten Dolorosa. Diese jugendliche Dichterin liebt es, merkwürdige und nicht alltägliche Schicksale zu schildern. Von dem „Tagebuche einer Erzieherin“ sagt sie selbst in der Einleitung:
„Ich will euch, meine Freunde, eine Geschichte von einem trüben Leben sagen; dieses Leben gehörte zu den Dingen, die so niedrig und alltäglich und gemein erscheinen, dass man nicht davon singen kann. Keine grosse, herrliche Tragödie, wie ein Gewitter. Kann einer davon singen, dass ein edles Purpurgewand durch den Staub der Strasse geschleift wurde?
„Einige ausgeschriebene Tagebücher kamen mir in die Hände, Briefe und sonst Blätter, und ein eichener Kasten mit allerlei Tand: eine kostbare Reitpeitsche, und seltsame Bilder und Gedichte und Kindersächelchen, und..
„Aber was liegt daran? — Ich will euch die schlimme, trübe Geschichte sagen; nur vergesst mir nicht, ihr Freunde, dass aus all dem bizarren Lärm doch immer Harfenakkorde der Liebe hervorklingen.“
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Leipziger Verlag G. m. b. H. in Leipzig, 38.
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