Preis Mk. 3.—.
(Der Romanserie „Dominatrix“ dritter Band.)
Die Natur treibt mit dem Menschen oft ein lächerliches Spiel. Sie stattet den einen trotz seiner körperlichen Schwäche und Unansehnlichkeit mit eminenter Willens- und Charakterstärke aus, während sie umgekehrt dem anderen kraftstrotzenden Hünen die Anwandlungen eines Schwärmers verleiht. Solch letztere Extreme weist der Held des vorliegenden Romanes auf. Er ist von Statur ein Riese, ein Urgermane mit lockigem Blondhaar und stahlblauem Auge, er besitzt die elementare Kraft seiner Urväter und mag auch stolz gewesen sein auf seine Mannesstärke, sich im Bewusstsein dieser Männlichkeit erhaben gefühlt haben bis zu jenem Momente, wo sich das Weib mit all ihren bestrickenden Reizen zum ersten Male voll und ganz seiner Sinne bemächtigt.
Das junge liebreizende Mädchen, welches er im Herzen Brasiliens kennen lernt, und welches tatsächlich von faszinierender Schönheit ist, lässt alle Gluten verhaltener Leidenschaft hell in ihm auflodern, reisst ihn zu rasendem Liebesparoxysmus fort. Und seine Leidenschaft wird noch mächtiger, als sich das schöne angebetete Mädchen, das junge königliche Weib als stolze herrische Dame zeigt, die gewohnt ist, ihre Negersklaven zu züchtigen, deren Mund sich zu grausam spöttischem Lächeln verzieht, wenn der Sklave ihr zu Füssen kniet. — — —
Auch in diesem Roman zeigt sich der Verfasser als meisterhafter Schilderer der menschlichen Psyche, er beweist, wie schnell die Leidenschaft alle Würde, alles Selbstbewusstsein abstreift, wie die stärkste Natur sich sklavisch demütigt, wenn die Sinnenlust sie treibt, und wie fest und energisch sich auch ein weiblicher Fuss auf den Nacken eines Mannes setzen kann, dessen Sinnenrausch ihn unter die Peitsche eines angebeteten Weibes zwingt.
Leipziger Verlag G. m. b. H. in Leipzig, 38.
Grausame Frauen
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