Abgang aus Mossul, den 15. Juli 1915.
Ankunft in Pera, den 16. Juli 1915.
An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Das chaldäische Dorf Feihschahbur bei Djesireh (Wilajet Diarbekr) ist vorigen Sonntag von muselmanischen Kurden überfallen und seine ausschließlich aus chaldäischen Christen bestehende Bevölkerung massakriert worden.
Solange die Regierung nichts gegen den Wali von Diarbekr unternimmt, kann mit dem Aufhören der Massakres nicht gerechnet werden.
Holstein.
114.
Kaiserlich
Deutsche Botschaft.
Pera, den 16. Juli 1915.
Die von Herrn Lepsius mitgeteilten Tatsachen[73] werden durch die der Kaiserlichen Botschaft vorliegenden Nachrichten aus anderen Quellen, namentlich durch die konsularischen Berichte, bestätigt; ebenso dürften die daran geknüpften Betrachtungen zutreffen.
Die Pforte fährt trotz der wiederholten eindringlichen Vorstellungen, die wir dagegen erhoben haben, fort, die Armenier zu deportieren und durch die Ansiedlung in unwirtlichen Gegenden der Vernichtung preiszugeben. Wir können sie nicht daran hindern und müssen ihr die Verantwortung für die wirtschaftlichen und politischen Folgen dieser Maßregel überlassen.