Djemal Pascha ist auf dem Wege nach Jerusalem und nicht nach Damaskus gekommen, ich konnte ihn daher nicht sprechen. Habe hiesigen Wali, der heute zu ihm fährt, vom Inhalt des Telegramms vom 14. August in Kenntnis gesetzt. Bisher sind 3000 Armenier mit Hedjasbahn nach der Gegend von Kerak gebracht. Es sollen 60000 Armenier dorthin und nach Hauran verschickt werden. Gegenwärtig könnten in Provinz Damaskus nach Ansicht Sachverständiger nur für 12000 Einwanderer Unterkunft und Unterhalt besorgt werden. Außerdem erklärt Hedjasbahn, nicht für 60000 Armenier ohne Gefährdung der Transporte für Eisenbahnbau Hedjas-Ägypten für Getreidelieferung nach Hedjas und der Truppenbewegungen Züge bereitstellen zu können. Bisherige Behandlung der Armenier soll seitens der hiesigen Behörden ordentlich sein. Jedoch ist zu befürchten, daß Armenier allmählich ein Opfer der Beduinen und Drusen in Kerak und Hauran werden.
Loytved.
155.
(Kaiserliches
Konsulat Trapezunt.)
Telegramm.
Abgang aus Trapezunt, den 28. August 1915.
Ankunft in Pera, den 28. August 1915.
Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Die Armenier, die anfangs mit Erlaubnis des Wali zurückbleiben durften, wie die Beamten der Ottomanbank und der Regie und alleinstehende Frauen, werden nachts abgeschoben und anscheinend an der Stadtgrenze ermordet. Der Wali, der machtlos ist, hat das Feld geräumt und begibt sich für etwa drei Wochen ins Innere.
Ich darf gehorsamst anheimstellen, die Einrichtung eines Kriegsgerichts in Trapezunt zur Untersuchung des Sachverhalts anzuregen. Von dieser Maßnahme ist aber nur dann ein Erfolg zu erwarten, wenn die Einrichtung für die Behörden, die Gendarmerie und das Jungtürkische Komitee überraschend geschieht und die Mitglieder des Gerichts unabhängig genug sind, um nicht der Versuchung einer Teilung der armenischen Beute und der Furcht vor dem Jungtürkischen Komitee zu erliegen.
Bergfeld.