Wir bitten daher Euer Exzellenz, der Hohen Pforte die Unerträglichkeit der geschaffenen Lage und die äußerste Dringlichkeit von Abhilfemaßregeln mit allem Nachdruck vorzustellen, und dabei vornehmlich drei Ziele ins Auge zu fassen, die auf keine Weise dem Wohle der Türkei oder der Erreichung unserer Kriegsziele widerstreiten, dagegen aufs engste mit den Forderungen der Menschlichkeit und mit dem wirtschaftlichen Interesse verknüpft sind:

1. daß der Deportation der bisher verschonten armenischen Bevölkerung von Konstantinopel, Smyrna, Aleppo und anderen, noch nicht betroffenen Städten und Distrikten ein Riegel vorgeschoben wird,

2. daß nicht nur angebliche und scheinbare, sondern wirkliche und wirksame Maßregeln getroffen werden, um die Hunderttausende von deportierten Frauen und Kindern in den mesopotamischen Steppen am Leben zu erhalten und weitere Grausamkeiten an den noch übrigen Armeniern zu verhindern,

3. daß Christen anderer Länder es ermöglicht werde, vielleicht unter der Mitwirkung deutscher und neutraler Vertrauensleute, den notleidenden Deportierten Hilfsdienste zu erweisen und Unterstützungen zukommen zu lassen.

Beim Friedensschluß bitten wir darauf Bedacht zu nehmen, daß den jetzt zwangsweise islamisierten Christen die Rückkehr zum Christentum ermöglicht und für eine künftige friedliche und loyale Weiterentwicklung der christlichen Minderheiten in der Türkei und für die ungehinderte Fortführung der christlichen Liebes- und Kulturarbeit im Orient die nötige Bürgschaft gegeben werde.

Wir bitten Euer Exzellenz in Ehrerbietung, uns möglichst bald in die Lage zu versetzen, daß wir der Beunruhigung unter den deutschen Christen entgegentreten und die Anklagen des Auslandes wirksam entkräften können.

Euer Exzellenz ganz gehorsamste

Dr. Karl Axenfeld, Direktor der Berliner Missionsgesellschaft, Berlin.

Professor D. Baumgarten, Kiel.

Professor Dr. Johannes Burchard, Professor der Rechtswissenschaften an der Königlichen Akademie zu Posen.