„Von Angora kommen böse Nachrichten. Die Polizei verbot dem dortigen deutschen katholischen Geistlichen jeden Beistand an katholische Armenier, auch an Sterbende. Die Frauen, durch die man Almosen verteilen ließ, wurden eingesperrt. Sodann ist der Generalvikar des griechisch-katholischen Bischofs von Beirut in Angora eingetroffen und wird von dort weiter deportiert.“

Nachdem bisher die türkische Regierung auf das Bestimmteste zugesagt hat, daß gegen die ruhigen Armenier und die Christen in Syrien nichts unternommen werden soll, jetzt aber mit solchen Zwangsmaßregeln vorgeht, würde ich Euere Exzellenz sehr dankbar sein, wenn Euere Exzellenz die Güte hätten, die türkische Regierung erneut darauf hinweisen zu lassen, wie sehr die Dauerhaftigkeit des Bündnisses mit Deutschland erschwert wird, wenn solch ungesetzliches Verhalten ohne jeden Anlaß fortgesetzt wird; denn weder in Aleppo noch in Syrien kann es sich um Strafen gegen aufrührerische Elemente handeln.

Erzberger, Mitglied des Reichstages.

Seiner Exzellenz dem Reichskanzler
Herrn von Bethmann Hollweg.

Auswärtiges Amt.

Berlin, den 30. Mai 1916.

Abschriftlich

Seiner Exzellenz dem Kaiserlichen Botschafter Herrn Grafen Wolff-Metternich, Konstantinopel

zur gefälligen Kenntnisnahme und mit dem Anheimstellen der geeignet erscheinenden weiteren Veranlassung ergebenst übersandt.

Stumm.