Am 11. November vormittags war ich zu Besichtigungen in Urla, fand die Tatsache bestätigt und erhielt vom Abschnittskommandeur nähere Meldung.
Am 11. November nachmittags suchte mich der Wali persönlich auf. In einer langen Rücksprache setzte mir der Wali die Gründe für die Massenverhaftungen der Armenier auseinander. Ich konnte diese Gründe, die auf ganz unzureichenden Grundlagen beruhten, nicht billigen und betonte, daß die militärische Lage die größte Ruhe in der zum größten Teil von Griechen bewohnten Stadt Smyrna unbedingt erfordere.
Ich erklärte dem Wali, daß ich hier als Oberbefehlshaber in meinem Bezirk Verschickungen nicht dulden dürfe, ohne die Ruhe zu gefährden. Er könne sich auf mich berufen. Er sagte dies zu und versprach mir, schriftlich Nachricht zu geben.
Ebenso veranlaßte ich sofortige Untersuchung über die scheinbar unschuldig verhafteten Einwohner von Urla.
Am Abend reiste ich ab. Der Wali war an der Bahn.
Kurz nach meiner Rückkehr nach Panderma erhielt das Oberkommando Schreiben des Wali, worin mitgeteilt wurde, nach welchem Ort die Armenier verbracht worden seien, und in dem erklärt wurde, daß die unschuldig Befundenen nach Smyrna zurücktransportiert werden würden.
Liman von Sanders,
Königl. Preuß. General der Kavallerie.
308.
(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)
Telegramm.