In einem Bericht des Verwesers des Kaiserlichen Generalkonsulats in Jerusalem ist u. a. davon die Rede, daß nach zuverlässigen Nachrichten und entgegen allen türkischen Ableugnungsversuchen die gewaltsamen Islambekehrungen unter den verschickten Armeniern fortgesetzt werden. Die gleiche Nachricht ist auch auf anderen Wegen hierher gedrungen und hat in weiten Kreisen der deutschen Christen berechtigte Empörung hervorgerufen.
Euer Hochwohlgeboren bitte ich, die Angelegenheit erneut mit gebührendem Ernste bei der Pforte zur Sprache zu bringen und ihr zu bedeuten, daß sie durch Duldung zwangsweiser Bekehrungen zum Islam nicht nur ihre Stellung bei den Friedensverhandlungen erschwere, sondern den Mächten auch für die Zukunft eine neue Handhabe zur Einmischung in innere türkische Verhältnisse bieten würde. Als christliche Macht und als Bundesgenosse, dem die innere Kraft und Unabhängigkeit der Türkei am Herzen liegt, können wir unseren türkischen Freunden nur dringend raten, für schnelle und gründliche Abhilfe zu sorgen.
Zimmermann.
Seiner Hochwohlgeboren dem Kaiserlichen Geschäftsträger
Herrn Göppert, Pera.
1917
Januar.
311.
Kaiserlich
Deutsche Botschaft.
Notiz.
Pera, den 4.1.17.