Hierüber wird folgendes gesagt:
„Die Türken hatten unter allerlei Vorwänden einige 5000 Armenier aus den umliegenden Dörfern beim Kloster Surb Karabet in Musch gesammelt, die sie dann vor den Mauern des Klosters niedermachten. Bevor das Gemetzel begann, stieg ein deutscher Offizier auf die Mauer und warf den Armeniern vor, daß die türkische Regierung den Armeniern stets viel Gutes erwiesen und große Vorrechte verliehen habe, daß aber die Armenier, hiermit nicht zufrieden, nach Autonomie gestrebt hätten. Darauf feuerte er seinen Revolver ab und gab damit das Zeichen zum allgemeinen Gemetzel usw.“
Über die Vorgänge in Musch lagen hier die Angaben der Schwester Alma Johansson vom Deutschen Hilfsbunde für christliches Liebeswerk im Orient vor, welche sich in den kritischen Tagen an Ort und Stelle befunden hat[139]; sie hat in ihrer Erzählung dieser Ereignisse mit keiner Silbe die Anwesenheit eines deutschen Offiziers bei den türkischen Truppen erwähnt, und es ist nicht anzunehmen, daß sie keine Kenntnis davon erhalten, oder, wenn sie davon gehört, es hier verschwiegen hätte. Durch weitere Nachfrage bei der hiesigen Militärmission ist dann noch festgestellt worden, daß Deutsche im Juli 1915 bei den Ereignissen in und bei Musch nicht zugegen waren.
Die Angaben des Lord Bryce über die Beteiligung eines deutschen Offiziers an den fraglichen Ereignissen beruhen also auf Erfindung.
von Kühlmann.
Seiner Exzellenz dem Herrn Reichskanzler.
Februar.
314.
Deutscher Hilfsbund für christliches
Liebeswerk im Orient, E. V.
Abschrift
eines Briefes von Frau Prediger Joh. Ehmann.