General von Kreß drahtet vom 19. Juli:
„Ist bei der türkischen Regierung die dauernde Rückkehr der armenischen Flüchtlinge nicht sofort zu erreichen, so bitte ich dringend, durchzusetzen, daß eine größere Anzahl Männer vorübergehend zur Ausführung der Erntearbeiten in ihre Heimat zurückkehrt. Andernfalls werden Hundert tausende Hungers sterben müssen. Es ist größte Eile geboten. Die Türkei muß auf Konferenz unbedingt dazu gezwungen werden, daß sie die Rückkehr der Armenier gestattet. Armenien ist viel zu klein, um alle diese Leute zu ernähren.“
Ferner vom 20. Juli:
„Ich halte es für meine Pflicht, nochmals darauf hinzuweisen, daß wir unter allen Umständen durchsetzen müssen, daß die Türken den geflüchteten Armeniern sofort die Heimkehr und Bergung ihrer Ernte gestatten.
Abgesehen vom Gebot der Menschlichkeit würde unser Ansehen und unser Einfluß im Orient die schwerste Einbuße erleiden, wenn wir uns so schwach zeigten, daß wir die Rettung einer halben Million Christen vom sicheren Hungertod bei den Türken nicht durchzusetzen vermögen.“
Euere Exzellenz bitte ich bei der dortigen Regierung in diesem Sinn nachdrückliche Vorstellungen zu erheben. Der österreichisch-ungarische Geschäftsträger erhält entsprechende Weisung.
Ich bitte die Oberste Heeresleitung, auf Enver Pascha im gleichen Sinne einzuwirken[151].
Hintze.
418.
(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)