W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 156–157.
Kotzebue, Alexander v. Schlachtenmaler. Geb. 9. Juni 1815 in Königsberg i. Pr. als jüngster Sohn des Dichters Aug. v. K. und dessen dritter Gemahlin verw. Wilhelmine Friederike v. Kursel, geb. v. Krusenstern; gest. zu München 24. Februar 1889. Er erhielt seine Erziehung im Kadettenhause zu Petersburg und diente bereits als Offizier in der Garde, als er sich entschloss der Militärkarriere zu entsagen und Künstler zu werden. 1837 trat er in die Akademie ein und wurde Schüler vonSauerweid. 1845 wurde ihm für sein Bild „Die Erstürmung von Warschau im Jahre 1831“ die gr. gold. Med. zuteil und zugleich erhielt er mehrere Aufträge vom Kaiser Nikolaus, zu deren Ausführung er Ende 1846 nach Deutschland reiste. Von Königsberg aus besuchte er die Schlachtfelder des siebenjährigen Krieges, bereiste dann Belgien und Holland und liess sich 1849 in München nieder. Um die ihm aufgetragenen Feldzüge Suworows in Italien und in der Schweiz in Gemälden wiederzugeben, unternahm er 1858 neue Studienreisen dorthin. Im April desselben Jahres wurde er zum Professor befördert. K. war russischer Hofmaler und Ehrenmitglied der Münchener Akad. Von seinen grossen Schlachtenbildern seien hier genannt: Erstürmung von Warschau im Jahre 1831; gem. 1844 für die Familie des verst. Generals v. Toll; jetzt in Kaiserl. Bes. — Die Erstürmung von Schlüsselburg, 1702 (In Kaiserl. Bes.). — Die Schlacht bei Zorndorf. — Peter I. gründet Petersburg im Jahre 1703 (Bes. Maximilianeum, München). — Episode aus der Schlacht an der Trebia, Juni 1799. Vollendet 1858. — Suworows Uebergang über den Panixer Pass, Oktober 1799; gem. 1859. — Nach der Schlacht bei Pultawa, 1709. Das grösste Bild des Künstlers (Bes. Eremitage, Petersb. Abb. in наши художн. I. S. 206). — Die Einnahme von Narva unter Peter I. 1704. Voll. 1866 (Abb. in Pechts Gesch. der Münchener Kunst im 19. Jahrh. In Holz geschn. von Weber für die Всемірн. иллюстр. 1869 S. 328/29). — Die Kapitulation der Stadt Riga, 1868 gem. (Abb. in наши художн. I S. 207 und in W. Neumann, Riga und Reval, Bd. 42 Berühmte Kunststätten, auch in grossen Photographien verbreitet). — Zug der russischen Armee über die Teufelsbrücke (Abb. in наши художн. I. S. 206). — Uebergang der Russen über den Bottnischen Meerbusen im Jahre 1808. — Gefecht der Russen beim Dorfe Lessnoje mit den Schweden (Im Museum Alexanders III., Petersburg). — Avantgardengefecht bei Karlstula in Finnland, während des russischen Krieges 1809.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 61–63.
Kraus, Franz Gerhard. Bildhauer. Geb. 25. März 1871 im Pastorat Neugut in Kurland, erhielt die ersten künstlerischen Anregungen durch denälteren Bruder und trat 1892 in die Stieglitzsche Zeichenschule in Petersburg, die er 1897 als Stipendiat verliess. In Berlin arbeitete er unterKarl Bernewitz und ging dann nach Paris, wo er im Atelier des Bildhauers l’Hommeau tätig war. K. hat seine Tätigkeit fast ausschliesslich dem Kunstgewerbe zugewandt.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 97–99.
Kraus, Theodor. Maler. Geb. 10. Dezember 1866; älterer Bruder desVorigen, studierte anfänglich Theologie, folgte aber schliesslich seiner Neigung zur Kunst und wurde Schüler der Berliner Akad., wo er sich namentlich an Jos. Scheurenberg anschloss. K. ist vornehmlich als Porträtmaler geschätzt und hat sich durch seine von feinem Humor verschönten Gelegenheitsskizzen viele Freunde erworben.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 141–142.
Krause, Johann Wilhelm. Baumeister. Geb. 19. Juni (1. Juli) 1757 in Niederschlesien; gest. 10. August 1828 in Dorpat. Er besuchte das Gymnasium in Brieg und wurde darauf Schüler des Stadtbaumeisters zu Zittau. Um sich der Theologie zu widmen bezog er die Universität Leipzig, gab aber auch dieses Studium nach drei Jahren auf und trat in das Anhaltinische Artilleriekorps, mit dem er nach Amerika ging. 1787 kam er nach Livland als Hauslehrer des Grafen Mellin, zog 1797 nach Dorpat und wurde bei der Neubegründung der Universität zum Professor der Oekonomie und der Baukunst berufen. Von ihm: Die Zeichnungen zu den Gebäuden der Universität. VonC. A. Senff in Aquatinta gest. für die Festschrift zum 25jährigen Bestehen der Universität, 1827 fol. — Der Umbau des Chores der ehemaligen bischöfl. Peter-Paulkathedrale zu Dorpat zur Universitätsbibliothek. — Der Entwurf zum Altar der Domkirche in Riga. Ausgeführt vonA. G. Heubel. Abgebrochen 1895. — Eine Ansicht von Marienburg in Livl. gez. 3./X. 1791. Lith. fol. gewidmet dem Edukationsrat J. W. C. Friebe. — Ein Plan vom „Pilliskaln“ (Burgberg) unter dem Gute Smilten (zum 9 und 10 Stück der nord. Miscell. In Kupfer gest. v. J. G. Klinger Nürnb(erg), 1794). — Eine farbige Skizze: Die Weisheit mit dem Ariadnefaden, im Skizzenbuch des J. J. Voss im städt. Mus. zu Riga.
Rigasche Stadtbl. 1821 S. 212. — Provinzialbl. 1828, liter. Beiträge S. 69 ff. — Inland 1848 S. 307, Anmerkung. — Dorpater Kalender 1873 S. 143. — Rigaer Tagebl. 1895 Nº 118–128. Aus den Aufzeichnungen eines livländischen Hofmeisters vom Ende des vorigen Jahrhunderts.
Krause, Friedrich. Lithograph. Geb. zu Barby im Regierungsbezirk Magdeburg um 1785; gest. 1831 in Mitau an der Cholera. Er hatte anfangs Pharmazie studiert, wandte sich dann der Kunst zu und gründete um 1820 eine lithographische Anstalt in Mitau. Er lithographierte die vonA. K. J. R. Minckeldé gezeichneten (14) kurländischen Ansichten. Ausserdem von ihm ein Selbstportr. bez. Fr. Krause se ips. del. et lapide inc. 1831, und das I. Heft des Kurländischen Bildersaals, eine Sammlung von Bildnissen nachG. F. Schlater, 1826.