Krüger, Karl Ferdinand Wilhelm. Porträtmaler. Geb. um 1810 in Berlin, wahrscheinlich ein Sohn des Joh. Friedr. August K., dem gegenüber er als „junior“ bezeichnet wurde, hielt sich von 1856–1860 in Riga auf. Das Beuth-Schinkel-Mus. in Berlin besitzt von ihm ein Portr. Schinkels in Pastell; ein Portr. Mos. Mendelsohns im Kabinett der Handzeichnungen zu Dresden. Hier schuf er: Ein Portr. der Sängerin Johanna Hoffmann 1857. — Strusenrussen. — Lettische Holzsäger, damals im Bes. eines (Hn. v. Reussner). — Ein Selbstbildnis. — Ein Portr. des Generalgouverneurs Fürsten Alex. Suworow-Rimniksky. (Lith. von F. Jentzen. Druck v. d. Kgl. lith. Inst. in Berlin). — Ein Portr. des Dr. jur. Ludwig Cube. (Lith. von dems.). — Ein Portr. des Generalgouverneurs E. Golowin. (Lith. von H. Mitreuter). — Ein Portr. des Barons Budberg-Bönninghausen (Lith. v. F. Jentzen).
Rigasche Ztg. 1857 Nº 288. — Inland 1857 S. 846.
Krüger, Woldemar Friedrich. Maler. Geb. 21. Dezember 1807 zu Kawa in Livl.; gest. 24. Dezember 1893 in Dorpat, kam achtjährig nach Dorpat und wurde in der Folge mit dem späteren Kunstforscher Karl Eduard v. Liphart auf dem Gute Ratshof gemeinsam erzogen. Er wurde Schüler des KupferstechersC. A. Senff und begab sich 1830 zu weiterer Ausbildung nach München, wo Jos. Ant. Rhomberg sein Lehrer wurde; auch begann er hier sich mit der Lithographie zu beschäftigen. 1833 zog er mit seinem Freunde Liphart nach Italien, wo er in Rom zu Thorwaldsen, Overbeck und Anton Koch in nähere Beziehungen trat. 1835 kehrte er nach Dorpat zurück und legte hier eine lithographische Anstalt an, die aber schon 1839 in den Besitz vonF. Schlater überging. Er erteilte Zeichenunterricht an der höheren Töchterschule, wurde 1845 von der Petersburger Akad. zum freien Künstler ernannt und unternahm 1847 eine zweite Studienreise nach Belgien und Holland. 1854 wurde er zum Zeichenlehrer an die Universität berufen; auch erteilte er von 1854–1859 den Zeichenunterricht am Gymnasium. 1857 zum Akademiker befördert. Von ihm mehrere Landschaften in Privatbesitz, auch mehrere Porträts. Von seinen graphischen Arbeiten nennen wir: Illustrationen zu dem Werke von C. F. Ledebour: Icones plantarum florae Altaicae 1828. — Studentenporträts (ca. 60) gez. u. lith. — Portr. des Professors Erdmann, gez. u. lith. — Ansichten von Dorpat, 6 Blatt, Aquatinta, (Domberg, Domruine, Dombrücke, Sternwarte, Klinik, Anatomikum). — Atlas zu dem Werke des Astronomen F. G. W. Struwe: Beschreibung der .... Breitengradmessung in den Ostseeprovinzen etc.
„Aus Dorpats vergangenen Tagen“ in d. Petersbgr. Deutschen Ztg. 1898 211–214. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 72–74.
Kruss, Niclas. Maler, wird 1679–1689 als „fürstlicher Hoffmahler“ in Mitau erwähnt.
Kirchenbuch der Trinitatiskirche zu Mitau. (Jul. Döring).
Kügelgen, Franz Gerhard v. Porträt- und Historienmaler. Geb. 6. Februar 1772 zu Bacharach am Rh.; ermordet 27. März 1820 in der Nähe von Loschwitz bei Dresden, besuchte mit seinemZwillingsbruder das Jesuitenkollegium in Bonn, wurde 1789 Schüler des Landschaftsmalers Januarius Zick in Koblenz, dann des Mengsschülers Christoph Fesel in Würzburg und ging im Mai 1791 mit Unterstützung des Kurfürsten von Köln, Erzherzog Franz v. Oesterreich, nach Italien. 1793 hörte die Unterstützung infolge der französischen Invasion auf. Im Februar 1795 verliess er Rom, ging zunächst nach München und auf Einladung seines Freundes Joh. Georg Schwartz, des späteren Rigaschen Bürgermeisters, nach Riga, wohin ihm im nächsten Jahre sein Bruder folgte. Sie lebten hier bis 1799 und begaben sich dann nach einem Aufenthalte in Reval nach Petersburg. Beide Brüder verheirateten sich mit Töchtern des Barons Zoege v. Manteuffel auf Harms in Estland. 1803 verliess K. Petersburg, lebte ein Jahr lang auf dem Gute seines Schwiegervaters und liess sich dann, nach einem Besuche seiner Vaterstadt und nach einem Aufenthalte in Paris in Dresden nieder. 1804 Akademiker der Petersburger und ord. Mitgl. der Berliner Akad.; 1806 Mitgl. der Petersburger Akad.; 1811 Ehrenmitgl. der Dresdner Akad. 1814 a. o. Professor, 1819 ord. Professor derselben. Von seinen in Livland ausgeführten Gemälden lassen sich nachweisen: Ein männliches und ein weibliches Bildnis (Bes. v. Klein, Riga). — Das Portr. des Rigaschen Bürgermeisters Adam Hinrich Schwartz d. J. (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). — Das Portr. des Ältesten A. G. Schwartz (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). — Ein Selbstportr. gem. 1807. (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). Lith. v. Gerdt Hardorff, Hamburg. Ein Selbstportr. (Kopie?) im Bes. des Hn. O. v. Löwenstern, Kokenhusen. — Die Spieler an der Pharobank mit Porträts, darunter Selbstportr. (Bes. Staatsr. W. Schwartz). — Portr. der Frau Karoline Sophie v. Blanckenhagen, geb. Stöver (Bes. städt. Museum, Riga). — Portr. des Bürgermeisters Joh. Chr. Schwartz. Aquar. (Bes. Staatsr. W. Schwartz). — Portr. des Rektors der Universität Dorpat Dr. G. Fr. Parrot (Bes. Universität Dorpat. Lith. v. P. Smirnow, Petersburg). — Portr. des Pastors Eduard Pohrt zu Trikaten; Portr. der Gemahlin desselben. Aquar. — Männliches und weibliches Bildnis. (Bes. Baron B. von Uexküll). — Portr. des Prof. C. Morgenstern, 1809 gem. (Bes. Universität Dorpat). — Portr. der Gräfin Kath. Sievers (Bes. Graf Gustav Sievers, Wenden). — Die Jungfrau von Orleans; Karl VII; Agnes Sorel; Ossian (Miniaturen, Bes. Graf Medem-Elley). — Porträts des Hn. W. J. O. Zoege v. Manteuffel und dessen Gemahlin, Schwiegereltern des Künstlers (Auf dem Gute Meyris, Estl.). — Portr. des Generals Grafen von der Pahlen; Portr. der Gräfin Borch mit ihrem Kinde (Kniestück); Portr. der Generalin v. Meyendorff mit ihren Kindern (Kniestück); Portr. der Generalin Benkendorf (ganze Figur), in Petersburg gem. — Portr. des Grafen Jacob v. Sievers (gest. von James Walker in Petersburg). — Portr. des Musikers J. F. Latrobe. Auch in Miniatur ausgeführt (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). — Portr. des Kaiserl. Leibarztes Stoffregen. — Die Nacht, Schlaf und Tod in den Armen haltend. Pastell 1803 gem. — Portr. des Kaisers Alexander I. von Russland (Bes. Universität Dorpat). Ein anderes Exemplar im Ritterhause zu Reval. — Der verwundete Adonis, 1806 gem. (Bes. v. Klein, Riga. Eine kleine Wiederholung auf einer mit Pergament überzogenen Eisenplatte, 1807 gem. angeblich im Besitz des Barons von Korff auf Kreuzburg). — Der geblendete Belisar und sein Führer während eines Gewitters, 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley). — David vor Saul die Harfe spielend, 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley. Eine Wiederholung erwarb der Kunsthändler Arnold in Dresden; gest. von C. F. Stoelzel.) — Portr. der Frau Elise v. der Recke, 1812 gem. (Bes. Gräfl. Medemsche Familie, Kurland. Eine Kopie im Schloss Löbichau in Sachsen, Altenburg.) — Portr. der Baronin Barbara Juliane v. Krüdener, geb. Baronesse Vietinghof mit ihrer Tochter. (Bes. v. Moeller, Sommerpahlen). — St. Michael den Satan stürzend, 1814 voll. (Bes. v. Klein, Riga). — Porträt des Konsistorialrats Dr. K. Fr. Senff in Halle; gest. v.C. A. Senff, Dorpat 1830. — Christus, Moses und Mohamed. Lebensgrosse Brustbilder; 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley. Eine Wiederholung in veränderter Stellung, 1809 gem. im Mus. zu Leipzig). — Zwei kleine Madonnen, 1808 gem. (Bes. v. Klein, Riga). (Zwei andere ähnliche Bildchen in der Sammlung des Grafen Medem in Mitau). — Portr. Goethes, Brustb. 1808 in Weimar gem. (Bes. Universität Dorpat, von K’s Witwe erworben. Gest. v. C. Hess fol.). — Portr. Goethes vom Jahre 1810 in Wiederholung, jetzt im Bes. der Frau Maria v. Dehn auf dem Gute Kiekel bei Jewe in Estland. — Portr. Wielands, Brustb. 1808 gem. (Bes. Universität Dorpat; erworb. von K’s Witwe. Gest. v. N. Schenker, fol.). — Portr. Herders, Brustb. 1808 gem. nach früheren Bildern und nach der Totenmaske. (Bes. Universität Dorpat; erworb. von der Witwe K’s. Gest. v. Anderloni, fol.). — Portr. eines Unbekannten. (Bes. städt. Museum Riga, aus der Sammlung von v. Transehe).
F. Ch. A. Hasse, Das Leben Gerhards v. Kügelgen, Leipzig 1824. — Erinnerungen eines alten Mannes (Wilh. v. Kügelgen) herausg. v. Ph. Nathusius, 1870 (17. Aufl. 1896). — Hagen, die Deutsche Kunst I. S. 851 ff. — Konstantin v. Kügelgen, Gerhard v. Kügelgen als Porträt- und Historienmaler, Leipzig 1901. — Marie Helene v. Kügelgen, ein Lebensbild in Briefen Leipzig 1900.
Kügelgen, Karl Ferdinand. Landschaftsmaler. Geb. 6. Februar 1772 zu Bacharach a. Rh.; gest. 7. März 1835 in Reval. Zwillingsbruder desVorigen. Er erhielt die gleiche Erziehung wie sein Bruder, wandte sich aber in Rom der Landschaftsmalerei zu. 1796 folgte er seinem Bruder nach Riga und zog mit ihm nach Petersburg. Hier erwarb er sich die Gunst des Kaisers Paul, der ihm ein Jahrgehalt aussetzte; auch Kaiser Alexander I. beehrte den Künstler wiederholt mit Aufträgen und bewilligte ihm 1803 und 1806 die Mittel zu Studienreisen in die Krim. 1818 bereiste er Finnland zu Studienzwecken. Mehrere Jahre lebte er auf dem Gute des ihm befreundeten Edelmannes Slobin an der Wolga, dann abwechselnd in Petersburg und auf seinem Gute Kurküll in Estland, oder auf den Besitzungen seines Schwagers Zoege v. Manteuffel. K. war Kaiserl. Kabinettmaler; seit 1804 Mitgl. der Berliner Akad. und seit 26. VIII. 1804 Akademiker der Petersburger Akademie. Von seinen zahlreichen Arbeiten nennen wir: Dreissig Landschaftsbilder aus der Krim, 1816 von K. dem Kaiser überreicht. Diese und 60 Sepiazeichnungen, Ansichten aus Taurien wurden im Kaiserl. Schloss zu Kamenni Ostrow aufgestellt. — Livl. Landschaft (Befand sich im Bes. seines Sohnes Karl von K. in Dorpat). — Italienische Landschaft. — Mondscheinlandschaft (Bes. Universität, Dorpat). — Arkadische Landschaft (Bes. G. Zoege v. Manteuffel). — Landschaften mit biblischer Staffage (der verlorene Sohn; der barmherzige Samariter; die drei Engel bei Abraham; die Auffindung Mosis; die heil. Familie; der Versucher) und viele andere in Petersbgr. Privatbes. Einige italienische Landschaften kamen in den Bes. des Lord Bristol. — An Zeichnungen und Studien, die grösstenteils von ihm in Sepia ausgeführt wurden, sind bekannt: 240 Blatt Ansichten aus der Krim. — 55 Skizzen aus Finnland (erworben von Kaiser Alexander I.) — Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm zwei römische Studien. — An Vervielfältigungen gab K. heraus: Vier Ansichten aus der Krim. Dessiné d’après nature par C. Kugelchen. Lith. par Sophie S. — 16 Ansichten aus der Krim in 2 Ausgaben zu je 8 Blatt: Huit vues de la Crimée, dessinées d’après nature et lithographieés par C. de Kügelchen. — 15 Ansichten aus Finnland: Vues pittoresques de la Finlande, dediées à sa Majesté l’Imperatrice Elisabeth Alexiewna par C. de Kügelgen. — 12 Ansichten von Reval und Umgebung, 1828 in Gemeinschaft mit dem MalerJohannes Hau herausgeg. unter dem Titel: Collection de XII vues, graviés à l’aquatinta usw. Eine Wiederholung in Lithogr., vonTh. Gelhaar erschien bei G. Eggers in Reval. — Etudes des arbres, dessinées sur pierre par C. Kugelgen, St. Peterbourg. Lithographie du Ministère des affaires étrangères (Se vend chez A. Pluchart). Prix 10 Rbl. fol. 6 Blätter. 1819 in Schwarzkreidemanier.
Ausser der bei G. v. Kügelgen angeführten Literatur s. a. Kunstblatt 1817 Nº 10. — Rigasche Stadtbl. 1822 S. 319; 1866 S. 265 ff. — Inland 1838 S. 218; 1851 S. 269. — Ostseeprovinzenblatt 1823 Nº 14. — Revalsche wöchentl. Nachrichten 1825 S. 778/79 und 815. — Dörptische Beiträge I. S. 206 ff., III, S. 242 ff.