Rigasche Stadtbl. 1872 S. 13. — Rigasche Ztg. 1873 Nº 120. — Ztschr. für bild. Kunst 1872 S. 270. — Rigaer Tagebl. 1897 Nº 246. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 38.
Lebedew, Michael. Landschaftsmaler. Geb. 1815 in Dorpat als Sohn eines armen Schuhmachers; gest. 19/31. Juli 1837 in Neapel an der Cholera. Er kam als Knabe in die Petersburger Akademie und wurde Schüler des ebenfalls jung verstorbenen Prof. Tschredin. Seine angegriffene Gesundheit bewog den Conseil der Akademie ihn nach Italien zu schicken, wo er trotz seiner Jugend bald zu den anerkanntesten Künstlern zählte. Vor seiner Abreise hatte er auf der akad. Kunstausstellung in Petersburg (1836) drei Ansichten aus Petersburg ausgestellt, mit denen er, wie sein Meister, eine neue Aera der Landschaftsmalerei einleitete. 1833 war er für eine Landschaft am Ladogasee zum Pensionär auf Kosten des Kaiserl. Kabinetts bestimmt und mit dem Range eines freien Künstlers ausgezeichnet worden.
St. Petersburger Ztg. 1837 Nº 180. — Inland 1837 S. 567. — R. Muther, Gesch. d. Malerei des 19. Jahrh. III S. 353.
Lehmann, Moritz. Theaterdekorationsmaler. Geb. 1819 in Dresden; gest. 28. August 1877 in Pest. Er hatte seine Ausbildung in Dresden empfangen, war dort für die Hofbühne beschäftigt und wurde 1850 zum Hofdekorateur ernannt. 1861 übernahm er die Direktion des Karltheaters in Wien und kam, als dieses Unternehmen missglückte, 1863 als Theatermaler nach Riga. 1865 befand er sich in Leipzig und die von ihm in Riga begonnenen Dekorationen wurden von seinem Schüler Gilbert vollendet.
Rigasche Ztg. 1863 Nº 235; 1877 Nº 204, 208. — Ztg. f. Stadt und Land 1877 Nº 204. — Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon S. 136/37.
Leuttner (Läuttner), Johann Andreas. Porträtmaler. Geb. im März 1678; gest. 23. April 1745 in Mitau, war der Sohn eines „Posamentierischen Kaufhändlers“, stand anfänglich in schwedischen Militärdiensten und liess sich später in Mitau als „Conterfaier“ nieder.
Kirchenbuch der reform. Kirche zu Mitau (J. Döring).
Leuttner, Christopher Ferdinand. Maler. Geb. 14. Dezember 1722 in Mitau; gest. daselbst 22. November 1788. Sohn desVorigen. Wo er seine Ausbildung erhalten hat, ist unbekannt. 1764 wird er Bürger und als ein „ehrsamer kunsterfahrener Mahler“ bezeichnet. Seine schriftlichen Aufzeichnungen, sein sog. Merkbuch, bewahrt das Museum zu Mitau. Er malte neben unterschiedlichen Heiligenbildern die Altargemälde für die katholische Kirche zu Skaisgirren in Litauen (1767) und für die Kirche zu Szagarn (1775). Im Album des Rigaschen Apothekers Jakob Johann Voss von ihm eine auf ein Kartenblatt gemalte Allegorie der Musik (Museum, Riga).
Sitzgsbr. der Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1869 II. Aufl. S. 377.
Lindblohm, Louis Theodor. Maler. Geb. 27. November 1860 in Tula in Russland, (sein Vater stammte aus Windau) erhielt seine Erziehung in Riga, dem Geburtsorte seiner Mutter, und hier auch den ersten Kunstunterricht von dem MalerG. v. Lischewitz, der ihm auch riet sich, bei seiner besonderen Begabung für die Darstellung der Tiere, der Jagdmalerei zuzuwenden. Er bezog 1878 die Kunstschule in Weimar und war hier fünf Jahre Schüler des Tiermalers A. Brendel, dann auch von M. Thedy. Nach einem kurzen Aufenthalt in Düsseldorf liess er sich in Weimar nieder, wo seine Jagdbilder, in denen er namentlich die Darstellung der Elche und Rehe bevorzugt, gesucht sind. Einige seiner Arbeiten in baltischem Privatbesitz.