Inland 1851 S. 30. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 115–116.

Rockstuhl, Christoph Jakob. Miniaturmaler und Silhouetteur. Geb. in Kurland um 1760, war Schüler des KupferstechersSam. Kütner und ging zu weiterer Ausbildung nach Dresden, musste das Studium aber seiner Kurzsichtigkeit wegen aufgeben. Zurückgekehrt beschäftigte er sich mit Porträtieren und Silhouettieren. Von 1785–88 lebte er in Warschau und ging von dort nach Berlin, um sich in der Pastellmalerei weiter zu bilden. 1807 ist er in Bauske, 1808 in Mitau nachweisbar. Von ihm eine sauber in Tusche ausgeführte Landschaft in dem Sammelbande des J. J. Voss im städt. Museum zu Riga.

Rockstuhl, Ernst Peter. Porträtmaler und Silhouetteur. Geb. 1764 wahrscheinlich in Warschau; gest. 4. Mai 1824 in Petersburg, empfing seine Ausbildung vermutlich in seinem Geburtsorte. Um 1785 kam er nach Mitau, lebte vorübergehend auch in Riga und zog 1804 nach Petersburg, wo er mehrfach für den Hof beschäftigt war. Ausser Miniaturen malte er Silhouettenporträts, die er nicht selten mit einem gezeichneten landschaftlichen Hintergrund verband. Sein Sohn Alois R. wurde 1864 zum Prof. der Petersburger Akad. ernannt. Von ihm: Das Porträt Otto’s v. Löwenstern, der von der Jagd heimkehrend seine Gattin begrüsst, die in einer Landschaft sitzend ein Kind auf dem Schosse hält. — Portr. der Knaben Karl und Otto von Löwenstern mit ihrer Wärterin. Beide Bilder gem. 1785. Die Figuren als Silhouetten (Bes. Theod. Reichsgraf von Medem auf Stockmannshof). — Portr. des Kaisers Alexander I. — Portr. des Kaisers Nikolaus I. — Portr. der Kaiserin Elisabeth. — Portr. der Königin der Niederlande Anna. — Portr. der Grossfürstin Maria Pawlowna, Grossherzogin von Sachsen-Weimar (Miniaturen im Bes. der Gräfin Lambsdorf auf Rinseln, Kurl.). — Portr. des Fürsten Fabian v. d. Osten-Sacken, 1814. Gest. v. Cardelli. — Portr. des Generals Sacken als Gouverneur von Paris auf einer Tabaksdose (1900 in Rigaschem Privatbesitz).

Mitauer Ztg. 1785 St. 16; 1803 v. 29. Oktbr.; 1804 v. 16. Juni. — D. A. Rowinsky, словарь гравир. портретовъ. IV. S. 279.

Römer, Paul. Maler. Geb. 1834 in Riga, wurde 1850 Schüler der Petersburger Akademie und erwarb sich 1870 die gold. Med. für sein Bild „die Beichte“. 1876 wurde er als Zeichenlehrer am Gymnasium in Wilna angestellt.

Наши художники II. S. 118.

Rönne, Alexander Baron v. Geb. 1854 zu Senten in Kurland; gest. 1896, war von 1873–79 Schüler der Münchener Akad. Von ihm mehrere Porträts in kurl. Familienbesitz und die Altarbilder in den Kirchen zu Rengenhof und Windau.

Rigasche Ztg. 1885 Nº 217; 1888 Nº 284.

Rötscher, Maximilian Wolfgang Amadeus. Architekt. Geb. 23. Juni 1837 n. St. zu Bromberg in Preussen, Sohn des als Shakespeareforschers bekannt gewordenen Prof. Dr. Heinr. Theod. R.; gest. 27. Dezember 1885 in Dorpat, absolvierte in Berlin die Bauakademie, und kam 1861 nach Livland. Er lebte anfangs in Neuhausen bei Werro, übernahm 1865 das Amt des Stadtarchitekten in Dorpat und bekleidete von 1873–77 das des Universitätsarchitekten und des Dozenten für Baukunde an der Universität. Von ihm die Tonhalle des Handwerkervereins in Dorpat u. a.

Rigasche Ztg. 1874 Nº 125; 1875 Nº 148.