Schwede, Robert Konstantin. Porträtmaler. Geb. 6. Dezember 1806 auf dem Gute Moiseküll in Livl.; gest. 28. Juli 1871 auf dem Gute Gräfenfeld bei Lemsal, Vetter desVorigen, Schüler der Petersburger Akad. und des ProfessorsC. T. Neff; seit 1847 freier Künstler. Er gehörte in Petersburg bald zu den beliebtesten Porträtmalern. 1852 erwarb er das Gut Dannenberg in Kurland und verbrachte die Wintermonate in Riga. 1865 liess er sich, nachdem er sein Gut verkauft hatte, ganz in Riga nieder und beschäftigte sich auch mit Landschaftsmalerei. Viele seiner Porträts sind in Lithographie vervielfältigt. Wir nennen von ihnen: Das Portr. des Gouverneurs G. Fr. v. Fölkersahm. Lith. vonF. Deutsch, 1843, gr. fol. — Das Portr. der Frau Katharine v. Sengbusch (Familienbes. Riga; lith. v. C. Fischer, Druck v. W. Korn, Berlin fol.). Portr. des Hofkapellmeisters Heinr. Dorn; (lith. v. Unte, Druck v. L. Zöllner, Berlin, fol.). — Portr. des Medizinalinspektors Dr. Ludw. Dyrsen; (lith. von Sachs & Co., Berlin, fol.). — Portr. des Professors K. Fr. Chr. Dyrsen; lith. in Berlin. — Portr. des M. v. Essen; (lith. in 100 Exemplaren.) Das städt. Museum besitzt von ihm ein Damenbildnis.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 66–67.
Schweinfurth, Ernst. Landschaftsmaler. Geb. zu Karlsruhe 1818; gest. 24. Oktober 1877 in Rom, Vetter des aus Riga gebürtigen Afrikareisenden Schw., Schüler von K. Frommel in Karlsruhe und der Münchener Akademie; lebte in München im Freundeskreise des Grafen Schack und später in Rom. In seiner Heimat hat er sich nur vorübergehend aufgehalten. Im städt. Museum zu Riga von ihm eine Campagnalandschaft. In Karlsruhe eine Ansicht der Bucht von Cattaro; in der Schack-Gal. in München eine Landschaft bei Cerveti und Kreuzgang im Lateran.
Rigasche Ztg. 1877 Nº 254; 1880 Nº 242; 1881 Nº 43. — Mitausche Ztg. 1877 Nº 46.
Schweinfurth, Eva Margarethe, verehel. Borchert. Malerin. Geb. 8. Mai 1878, erhielt seit dem 11. Jahre künstlerischen Unterricht und trat 1895 in dieJung-Stillingsche Kunstschule in Riga. 1898 ging sie nach Paris, wo sie sich unter R. Collin bildete und siedelte dann nach München über. Hier entstanden mehrere allegorische Studien, wie: Der Sturm, Einsamkeit, der Tod, das Lied u. a., auch machte sie hier ihre ersten Versuche im Radieren und in der Lithographie. Neuerdings hat sich die Künstlerin der Pastelltechnik und dem Porträt zugewandt.
Schwenburg, Johannes. Baumeister des 17. Jahrh. Über seine Herkunft ist nur bekannt, dass er aus Kurland stammte. 1666 wurde „der Magister J. Schwenburg“ vom Rigaschen Rat als Adjunkt des alternden Stadtingenieurs Franziskus Murrer angestellt. Er lieferte im Auftrage des Rats mehrere Entwürfe zum Turm und der Westfassade der Petrikirche in Riga.
Sitzungsber. der Gesellsch. f. Gesch. und Alterstumskunde 1891 S. 48 ff. — W. Neumann, Das mittelalterliche Riga. S. 35.
Schwencke, Gottlieb. Porträtmaler, lebte von 1794 bis 1820 in Mitau; gest. in München 1821. Im Museum zu Mitau von ihm: Das Portr. des Mitauschen Oberhofgerichtspräsidenten Heinr. v. Offenberg.
(Jul. Döring.)
Schwendowsky, F. Maler. Von ihm das grosse Bild einer rigaschen Jagdgesellschaft mit vielen Porträts, darunter das des Gouverneurs Golowin. Oktober 1846. lith. v. W. König, Riga; qu. fol. Seltenes Blatt.