»O, seit heute morgen darfst du das nicht mehr sagen, Bruck,« entgegnete sie beißend. »Bist ja Hausbesitzer geworden, wie mir Moritz mitteilte. Allen Ernstes — hast du wirklich deine Drohung von gestern wahr gemacht und die entsetzliche Baracke drüben am Flusse erstanden?«

»Meine Drohung

»Nun, anders kann ich's doch nicht nennen, wenn du mir ein solches Schreckbild für die Zukunft hinstellst? Du hast, wie du es gestern selbst bezeichnet, deine Ersparnisse in einem Grundstücke angelegt, das für mich das Nonplusultra der Einöde, der Aermlichkeit und der abstoßenden Häßlichkeit ist. Zur Augenweide allein hast du doch das Kleinod unmöglich an dich gebracht, und deshalb frage ich dich ernstlich: Wer soll darin wohnen?«

»Du brauchst es mit keinem Fuße zu betreten.«

»Das werde ich auch niemals — darauf kannst du dich verlassen. Eher —« Es war ein schwer zu enträtselnder Blick, mit welchem der Doktor unterbrechend die Hand hob, aber dieser verdunkelte Blick hatte etwas so gewaltig Zwingendes, daß der rote Mund des schönen Mädchens unwillkürlich verstummte.

»Ich habe das Haus für meine Tante bestimmt und werde nur ein Zimmer für mich reservieren, das mir für meine freien Stunden einen ungestörten Arbeitswinkel im Grünen bietet,« sagte er gleich darauf weit ruhiger, als man nach seinem vorherigen Gesichtsausdrucke hätte erwarten können.

»Ah, viel Vergnügen dazu! Also ein spezielles Sommerasyl! — Und im Winter, Bruck?«

»Im Winter werde ich mich mit dem grün tapezierten Zimmer begnügen müssen, das du in unserer zukünftigen Wohnung selbst für mich bestimmt hast.«

»Aufrichtig gestanden — ich mag die Wohnung nicht mehr. Gerade um dieses Eckhaus tost der Straßenlärm unaufhörlich und wird mich stören, wenn ich arbeiten will.«

»Nun, dann werde ich dem Hauswirte Abstandsgeld zahlen und eine andere suchen,« entgegnete er mit unerschütterlichem Gleichmut.